Änderung bei der Altersvorsorge ab Januar 2013

Rainer Sturm - pixelio.de

Mit dem Jahreswechsel sind einige neue Gesetze in Kraft getreten, die sich auch auf den Bereich der Altersvorsorge auswirken. Zudem haben sich die Versicherungsbeiträge für die gesetzliche Rentenversicherung und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2013 geändert. All diese Neuerung haben Einfluss auf die persönliche Risiko- und Altersvorsorge.


Beitragsbemessungsgrenze 2013 gestiegen

Für Gutverdiener ist die Änderung der Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung von Bedeutung. Diese ist 2013 zwischen 100 und 200 Euro gestiegen. In den alten Bundesländern und Berlin-West wird fortan das monatliche Bruttoeinkommen von maximal 5.800 Euro zur Berechnung des Rentenversicherungsbeitrags herangezogen. In den neuen Bundesländern und Berlin-Ost liegt die Beitragsbemessungsgrenze 2013 bei 4.900 Euro. Übersteigt das monatliche Bruttoeinkommen die Beitragsbemessungsgrenze, werden für diesen Anteil keine Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge erhoben.

Änderung der Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge

Zum 1. Januar 2013 gelten neue Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge. Während der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung von 1,95 Prozent auf 2,05 Prozent angehoben wurde – Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr müssen nun 2,3 Prozent ihres Einkommens an die Pflegeversicherung zahlen –, sank der Rentenbeitragssatz um 0,7 Prozent. Er beträgt seit Januar 2013 18,9 Prozent. Bei einem Bruttoeinkommen von 2.500 Euro bedeutet dies rund neun Euro mehr für das Nettoeinkommen. Die Gründe für die Absenkung sind einerseits die Angleichung an die Lohnentwicklung in Deutschland, andererseits die hohen Rücklagen der Deutschen Rentenversicherung, die eine gesetzlich vorgeschriebene Anpassung des Beitragssatzes notwendig machten.

Minijobs ab 2013 rentenversicherungspflichtig

Minijobber, die ab Januar 2013 ein Arbeitsverhältnis aufnehmen, müssen künftig einen Teil ihres Einkommens an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Bis 2012 konnten sich Arbeitnehmer freiwillig dazu entscheiden, den Pauschalbeitrag von 15 Prozent, die der Arbeitsgeber an die Deutsche Rentenversicherung zahlt, aufzustocken. Ab 2013 sind geringfügig Beschäftigte zum Aufstocken verpflichtet. Obwohl die Bundesregierung mit der Maßnahme zukünftig eine allzu niedrige Rente für Geringverdiener verhindern will, glaubt sie selbst nicht an einen Erfolg. Viel eher geht sie davon aus, dass sich ein Großteil der Minijobber von der Rentenversicherungspflicht befreien lässt.

Der Eigenanteil, den Minijobber künftig an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen müssen, beträgt bei dem derzeitigen Rentenversicherungsbeitrag von 18,9 Prozent 3,9 Prozent. Gleichzeitig steigt mit der Einführung der Rentenversicherungspflicht die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte an. Seit 1. Januar 2013 können sich nicht wie bisher 400 Euro, sondern 450 Euro im Monat verdienen. Mehr Informationen zum Thema Minijob finden Sie hier.

Pflegeversicherung wird staatlich gefördert

Im Zuge des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes wurde nicht nur beschlossen, dass sich die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung insbesondere für Demenzkranke verbessern. Die Bundesregierung fördert nun erstmals private Pflegeversicherungen mit einer Zulage von 60 Euro im Jahr. Die unter dem Begriff Pflege-Bahr bekannte staatliche Pflegeförderung ist an alle Pflegetagegeldversicherungen gerichtet, die ab Januar 2013 abgeschlossen werden. Zwei Voraussetzungen müssen für die Zulage erfüllt sein: Die Versicherung hat bei Pflegestufe 3 mindestens 600 Euro zu zahlen und der Eigenanteil des Versicherungsnehmers muss monatlich mindestens 10 Euro betragen.

Bereits vor der Einführung wurde der Pflege-Bahr heftig kritisiert. Die Versicherungsunternehmen dürfen keinen Antragssteller aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen. Daher gehen Experten davon aus, dass die Beiträge für die staatlich geförderten Verträge höher ausfallen als für nicht geförderte Policen, bei denen Risikopersonen ausgeschlossen werden können. Zudem wird bemängelt, dass die Förderung zu einem hohen bürokratischen Aufwand führen wird.

Quelle: www.rente.com