Sonntagsfrage unter Führungskräften: Union weiter vorn und FDP wieder stärker

Essen, 2. Mai 2012 - Weiterhin liegen CDU und CSU in der Wählergunst der deutschen Fach- und Führungskräfte ganz vorn. Rund 49% würden die Unionsparteien wählen, wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. So das Ergebnis einer Repräsentativumfrage, die der Berufsverband DIE FÜHRUNGSKRÄFTE - DFK unter 1400 Fach- und Führungskräften durchgeführt hat.

Auch wenn die Union vor einem Jahr noch 4 Prozentpunkte besser lag, folgen die übrigen Parteien doch mit gehörigem Rückstand. In der Wählergunst der Führungskräfte kommt die SPD auf 17% und die FDP auf 16%. Damit hat die FDP ihren Stimmenanteil innerhalb der letzten zwölf Monate wieder verdoppeln können, ist aber gegenüber früheren Umfragen immer noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Verloren haben gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum die Grünen, die von 12,3% auf 7,2% zurückgefallen sind. "Vor einem Jahr sah es noch so aus, als könnten die Grünen die SPD beim Stimmenanteil unter den Führungskräften sogar überholen. Inzwischen sind die Sozialdemokraten aber stärker und die Grünen wieder schwächer geworden. Es scheint so, als seien hier einige potentielle Grünen-Wähler zu den Piraten abgewandert.", kommentiert Dr. Ulrich Goldschmidt, DFK-Hauptgeschäftsführer, diese Tendenzen.

In der Tat kommt die Piraten-Partei aus dem Stand bei den Führungskräften auf 3,9%. Abzuwarten bleibt nach Einschätzung des Führungskräfteverbandes, wie nachhaltig die Entwicklung der Piraten-Partei ist.

"Gerade Führungskräfte wollen von den Parteien sehr genau wissen, worauf sie sich langfristig in der Politik einstellen können. Verlässlichkeit, Wirtschaftskompetenz und Führungsstärke sind dabei nach unseren Beobachtungen die entscheidenden Einflussfaktoren für die Wahlentscheidung. Daraus erklärt sich auch der Vorsprung von Union und FDP bei dieser Sonntagsfrage trotz der eher durchwachsenen Bewertung ihrer Leistungen in der Bundesregierung", erklärt Dr. Ulrich Goldschmidt die Ergebnisse der Studie. "Unsere Umfrage zeigt aber auch, dass es auf Länderebene zu deutlichen Verschiebungen gegenüber dem Bundestrend kommen kann", so Goldschmidt weiter.

Landtagswahlen

Mit 31,6% schneidet die CDU vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein in der Wählergunst der Führungskräfte am besten ab. Auf Platz 2 folgt in der DFK-Umfrage die FDP mit 21,1%. Bemerkenswert ist, dass die Grünen mit 15,8% noch vor der SPD mit 13,2% liegen.

Noch größer ist die Zustimmung für CDU, FDP und SPD vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Hier würden 38,8% der Führungskräfte die CDU wählen und 25,9% die FDP. Mit 22,6% schlägt die SPD das Ergebnis auf Bundesebene deutlich. Wesentlich schlechter schneiden in NRW die Grünen ab, die bei den Führungskräften nur auf 4,5% kommen.

"Auffällig ist insbesondere das deutlich bessere Ergebnis der FDP in den Ländern im Vergleich zum Bund. Offenkundig ist es den dortigen Spitzenkandidaten Kubicki und Lindner gelungen, sich von den Querelen und Problemen der Bundespartei frei zu machen und abzusetzen.", erläutert Dr. Ulrich Goldschmidt.


Durchschnittliches Zeugnis für Bundesregierung und "Blauer Brief" für FDP

Die Bundesregierung erhält von den Führungskräften nur ein durchwachsenes Zeugnis. Rund 40% bewerten die Leistungen der Bundesregierung mit "Befriedigend". Lediglich rund 20% sehen gute oder gar sehr gute Leistungen. Gut 17% würden der Regierung sogar ein "Mangelhaft" oder "Ungenügend" ins Zeugnis schreiben.

Dabei kommen die Unionsparteien deutlich besser weg als die FDP. Immerhin 29% bewerten die Arbeit von CDU und CSU in der Bundesregierung als "Gut" oder "Sehr Gut" und 36% als "Befriedigend". Bei 14% bleibt es auch hier bei einem "Mangelhaft" oder "Ungenügend". Wesentlich schlechter die Noten für die FDP: Nur 4% sehen hier gute oder sehr gute Leistungen, für 63% der befragten Führungskräfte war die Arbeit der FDP in der Bundesregierung aber "Mangelhaft" oder gar "Ungenügend".-

Dr. Ulrich Goldschmidt: "Dies ist kein berauschendes Ergebnis für eine Bundesregierung". Er sieht dringenden Handlungsbedarf bei den Regierungsparteien. Für den Rest der Legislaturperiode müsse die Regierung deutlich zulegen. Dies gelte insbesondere für die FDP, die weder mit ihren Themen noch mit ihrer personellen Aufstellung derzeit überzeugen könne.


Diagramme zur Umfrage:

 

Über DIE FÜHRUNGSKRÄFTE

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