Auch Arbeit kann krank machen

Führungskräfte werfen Arbeitgeberpräsident Hundt Verharmlosung vor

Dr. Dieter Hundt

Dr. Dieter Hundt<br>Arbeitgeberpräsident<br>Quelle: www.arbeitgeber.de

Essen, 12.01.2013 – Mit Verwunderung haben die DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK auf die Aussagen von Arbeitgeber- präsident Dr. Dieter Hundt in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ vom 10. Januar 2013 reagiert: „Die Arbeit als Ursache psychischer Erkrankungen auszuschließen, heißt, sich der Realität zu verschließen“, so Bernhard von Rothkirch, Vorsitzender des Berufsverbandes DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK. „Arbeit ist nicht der einzige Faktor, kann aber durchaus dazu beitragen“, betont der Verbandsvorsitzende mit Blick auf den Hinweis Hundts, dass psychische Erkrankungen nicht durch Arbeit verursacht würden.

„Natürlich kann nicht jede Erkrankung auf den Job geschoben werden“, erklärt von Rothkirch weiter, „aber unter Arbeitsmedizinern ist unbestritten, dass auch der Beruf Ursachen für Burn-Out und andere Krankheitsbilder im psychischen Bereich setzen kann.“

DIE FÜHRUNGSKRÄFTE wissen aus ihrer verbandlichen Praxis um die Sorgen der Manager. Vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann die "Sandwich-Position“ des mittleren Managements zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern das Gefühl erzeugen „zerrieben“ zu werden. Das schlägt auf die Psyche.

Dem Vorschlag der Gewerkschaften, einen „Anti-Stress-Paragraphen“ ins Arbeitsschutzrecht aufzunehmen, kann der DFK nicht folgen: „Diese Idee ist wenig praktikabel, weil es kaum möglich sein wird, hier für die nötige Bestimmtheit zu sorgen. Solche Vorschriften gehen in der Regel ins Leere“, erläutert von Rothkirch.

„Wir appellieren an Herrn Dr. Hundt und die Arbeitgeber, das Thema weiterhin ernst zu nehmen“, so der DFK-Vorsitzende weiter. Ein gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement und die Stärkung der Eigenverantwortung der Mitarbeiter im Umgang mit der eigenen Gesundheit sieht der Verband als wesentliche Ansätze. „Auch hier“, schließt Verbandsvorsitzender Bernhard von Rothkirch ab, „sind die Arbeitgeber aber mit in der Pflicht.“

 

Über DIE FÜHRUNGSKRÄFTE


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