Zum Europatag: Führungskräfte rufen zur Wahl auf

DFK-Vorstand Dr. Ulrich Goldschmidt

Essen, 08.05.2019 - Anlässlich des diesjährigen Europatages ruft der Berufsverband DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte dazu auf, am 26. Mai 2019 zur Europawahl zu gehen. Das Brexit-Referendum in Großbritannien zeige, wie schnell die Europäische Union (EU) in eine Vertrauenskrise geraten könne. Europaweit sei die Zustimmung für die EU unter den Bürgerinnen und Bürgern zwar extrem hoch. Das müsse aber nicht nur in Umfragen, sondern auch bei der Europawahl unter Beweis gestellt werden.

„Kritik an der Europäischen Union ist wichtig, um sie noch besser zu machen. Es muss viel reformiert und transparenter gemacht werden – das steht außer Frage. Europa macht auch Fehler. An denen gilt es zu arbeiten. Aber diese Fehler haben heute nicht die dramatischen Auswirkungen wie früher, als die Menschen Europa stets mit einem Schlachtfeld gleichsetzten. Wenn eine Hausgemeinschaft sich mal uneins ist und auch oft nicht gut zusammenarbeitet, brennt sie aber nicht gleich ihr Haus ab. Europa aufzugeben würde allen schaden. Nationalismus und Protektionismus beerdigen das Friedensprojekt und werfen uns zurück in sehr dunkle Zeiten. Reformen für ein besseres Europa sind dringend notwendig. Aber nun müssen wir Europa vor denen bewahren, die es zerstören wollen. Sonst bleibt am Ende nichts übrig, was zu reformieren wäre. Wenn wir alle am 26. Mai zur Wahl gehen, zeigen wir, dass wir den europäischen Gedanken schützen und unterstützen wollen“, so DFK-Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Goldschmidt.

Der Berufsverband weist aber auch darauf hin, dass Emotionen und inhaltliche Auseinandersetzungen jetzt wichtig sind: Wenn wir über Europa sprechen, sollte Überzeugung und Leidenschaft spürbar werden. Wir müssen zeigen, dass wir erkannt haben, dass wir Europa wollen und nationalistische Wege ins Abseits führen werden. Goldschmidt: „Dafür ist eins ganz wichtig: Der Wahlkampf muss mit Leidenschaft und Glaubwürdigkeit geführt und Wege aufgezeigt werden, wie wir Europa solidarischer, sozialer, bürgernäher machen. Ansonsten haben die Europafeinde schon gewonnen. Es reicht nicht, die EU technokratisch zu perfektionieren. Europa muss eine Herzensangelegenheit werden.“

Erfreulicherweise sprechen sich immer mehr Menschen für die EU aus, so der DFK. Dies zeigen Ergebnisse einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage. Danach sind 48 % der Unionsbürger der Auffassung, dass ihre Stimme in der EU Gewicht hat. Trotz Unterschieden zwischen den Mitgliedstaaten entspricht dies einem Gesamtzuwachs von 10 % in den letzten zehn Jahren. Die Zustimmung für einen Verbleib in der EU liegt in den meisten EU-Ländern nach aktuellen Studien deutlich über 80%. Selbst das Brexit-geschüttelte Großbritannien kommt hier auf einen Wert von 55%. In Deutschland sprechen sich nur 10% für ein Verlassen der EU aus.

Letztlich müssten alle überzeugten Europäer den nun anstehenden Wahlkampf als Bewegung verstehen: Mitmachen müssen nicht nur Parteien und Parteitage, sondern alle gesellschaftlichen Kräfte von Verbänden, Gewerkschaften, Arbeitgebervereinigungen bis Stiftungen und Bürgerinitiativen – und ja, auch die Fach- und Führungskräfte. Sebastian Müller, Ressortleiter Europapolitik beim DFK: „Unsere Mitglieder sind wichtige Multiplikatoren. Sie haben mit Ihrer Meinung Einfluss – und die muss laut werden. Dazu müssen wir zur Wahl gehen – und mehr als das: dafür eintreten, dass es nur ein Ziel geben kann – Europa besser zu machen.“

Es gehe darum, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, so Müller: „Diesmal bitten wir daher nicht nur, wählen zu gehen, sondern auch, andere zur Wahl zu motivieren. Denn wenn alle wählen, gewinnen auch alle. Europa ist das Beste, was den Europäern passieren konnte. Das gilt es zu bewahren.“

Und Ulrich Goldschmidt betont: „Europa ist DAS große Friedens-, Wirtschafts- und Sozialprojekt unserer Zeit. Alle drei Säulen müssen gleichermaßen stark sein, damit das Haus Europa stabil steht und ausgebaut werden kann. Das Fundament dafür ist die Akzeptanz der Europäischen Union bei den Bürgerinnen und Bürgern. Wir alle können diese Akzeptanz durch Teilnahme an der Europawahl 2019 zeigen. Stärken wir Europa, stärken wir unsere Zukunft für ein friedliches Miteinander, wirtschaftliche Stärke und soziale Sicherheit für alle.“

2019_05_08_PM_DFK.pdf

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Bildquelle: © DFK - Verband für Fach- und Führungskräfte