Reisekosten für Vorstellungsgespräch

Ich bin Personalverantwortlicher in unserem Unternehmen und werde demnächst mehrere Vorstellungsgespräche führen. Da vermutlich einige Bewerber von weit entfernt anreisen, würde ich gerne wissen, ob das Unternehmen die Reisekosten der Bewerber in voller Höhe übernehmen muss.

Antwort:

Wenn Sie als Arbeitgeber Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einladen, müssen Sie grundsätzlich auch die Kosten übernehmen, die dabei entstehen. Mit der Einladung verpflichten Sie sich dazu – unabhängig davon, ob letztendlich ein Arbeitsvertrag abgeschlossen wird oder nicht. In einigen Fällen übernimmt auch die Bundesagentur für Arbeit die Vorstellungskosten ganz oder teilweise. Lediglich wenn sich ein Bewerber unaufgefordert bei Ihnen im Unternehmen vorstellt, hat er die angefallenen Kosten selbst zu tragen.

Um die Kostentragungspflicht einzugrenzen, können Sie im Vorfeld eines Vorstellungsgesprächs den Bewerbern mitteilen, ob und welche Kosten bzw. in welcher Höhe Sie diese übernehmen. In einem Schreiben können Sie beispielsweise erklären, dass Sie nur die Kosten einer Bahnreise in der 1. oder 2. Klasse, nicht aber für eine Flugreise übernehmen. Ähnliches gilt auch für die Kosten einer Hotelübernachtung.

Sofern keine Regelung getroffen wird, hängt die Kostentragungspflicht von der Frage ab, ob der Bewerber die Aufwendungen für erforderlich halten durfte oder nicht. Dies wiederum ist stets eine Frage des Einzelfalls und hängt z.B. davon ab, wie weit die Entfernung zwischen Wohn- und Vorstellungsort ist und wie gut der potentielle Arbeitsplatz vergütet wird. Je höher die Vergütung, desto eher ist eine Anreise per Flugzeug oder erster Klasse per Bahn möglich. Es empfiehlt sich daher, eine ausdrückliche Regelung zu treffen.