Probleme im Großraumbüro

Nach einem Umbau in den Räumlichkeiten meines Arbeitgebers sitzen meine Kollegen und ich nun nicht mehr wie zuvor in Einzelbüros, sondern mussten in ein Großraumbüro umziehen. Obwohl mein Arbeitgeber die Ansicht vertritt, dass die Arbeit im „Open Space“ innovativer und effizienter sei, fühle ich mich durch den enormen Lärmpegel im Großraumbüro belästigt. Kann ich von meinem Arbeitgeber verlangen, dass er für Ruhe im Großraumbüro sorgt?

Antwort:

Die Arbeit im Großraumbüro ist sicherlich eine Herausforderung für Arbeitnehmer, die bislang nur im Einzelbüro tätig waren. Dabei ist erst einmal festzustellen, dass eine vergleichsweise höhere Geräuschkulisse in einem Großraumbüro wohl nicht gänzlich vermieden werden kann. Problematisch wird es jedoch, wenn das Arbeitsvermögen oder sogar die Gesundheit unter der Lautstärke leiden. Im Rahmen seiner arbeitsvertraglichen Schutz- und Rücksichtnahmepflichten ist der Arbeitgeber gehalten, vermeidbare Störungen im Betrieb abzustellen und Vorkehrungen für ein adäquates Arbeitsumfeld zu schaffen. In der Praxis haben sich verbindliche Regelungen über die Verhaltensweisen in Großraumbüros bewährt. So können beispielsweise private Telefongespräche untersagt oder nur zu bestimmten Zeiten gestattet werden. Auch können „Ruhezeiten“ vereinbart werden. Für besonders lärmempfindliche Mitarbeiter können möglicherweise auch kleine geschlossene Räume geschaffen werden. Dies kommt außerdem auch für solche Tätigkeiten in Betracht, die eine besondere Diskretion oder starke Konzentration erfordern. Es empfiehlt sich, das Gespräch mit der Mitarbeitervertretung und dem Arbeitgeber zu suchen. Der Arbeitgeber hat ein eigenes Interesse daran, Störungen zu beseitigen, damit effektiv weitergearbeitet werden kann.