Kündigung am besten per Einschreiben, oder?

Ich habe in einem Ihrer vorherigen Beiträge gelesen, dass eine Kündigung zwingend schriftlich erfolgen muss und auch erst dann wirksam wird, wenn sie dem Arbeitnehmer tatsächlich zugeht. Kann der Arbeitgeber den Zugang stets dadurch nachweisen, indem er die Kündigung per Einschreiben verschickt?

Antwort:

Tatsächlich stellt sich bei dem Einwurf einer Kündigung in den Hausbriefkasten des Arbeitnehmers oftmals die Frage, ob diese ihm bereits zum Zeitpunkt des Einwurfs oder erst später zugeht. Erfolgt der Briefeinwurf nämlich zu einem Zeitpunkt, an dem der Betroffene unter gewöhnlichen Umständen nicht mehr mit dem Zugang von Briefsendungen rechnen muss, erfolgt der Zugang in der Regel erst am nächsten Tag.

Wird das Kündigungsschreiben als gewöhnlicher Brief an den Arbeitnehmer verschickt, haben Arbeitgeber keinen Beleg dafür, dass die Kündigung auch wirklich zugegangen ist. Hierfür ist der Arbeitgeber im Streifall aber darlegungs- und beweispflichtig. Leugnet der Arbeitnehmer, das Kündigungsschreiben erhalten zu haben, führt dies häufig dazu, dass das Arbeitsverhältnis fortbesteht. Viele Arbeitgeber nehmen daher an, sie gingen bei der Übermittlung der Kündigung per Einschreiben auf Nummer sicher. Doch auch dem ist nicht immer so. Trifft der Postbote bei einem so genannten Übergabe-Einschreiben den Mitarbeiter nicht zu Hause an, hinterlässt er lediglich einen Benachrichtigungszettel im Briefkasten. Erst wenn der Mitarbeiter das Einschreiben dann tatsächlich bei der Post abholt, ist die Kündigung zugegangen. Auch im Fall des so genannten Einwurf-Einschreibens gilt die Kündigung nicht per se als zugegangen. Der Einlieferungs- und auch der Auslieferungsbeleg sind nur Indizien dafür, dass der Brief auch wirklich zugegangen ist.

Die sicherste Methode um den Zugang einer Kündigung nachzuweisen ist daher die persönliche Übergabe – ggf. im Beisein von Zeugen – bei der der Arbeitnehmer den Erhalt der Kündigung schriftlich bestätigt. Auch kann die Kündigung durch einen Boten oder Gerichtsvollzieher zugestellt werden, die die Übergabe des Kündigungsschreibens an den Arbeitnehmer dann bezeugen können.

Allerdings kann es auch bei der persönlichen Übermittlung Probleme geben, nämlich dann, wenn der Arbeitnehmer die Annahme der Kündigung schlichtweg verweigert. Bei einer solchen vorsätzlichen Zugangsvereitelung jedoch gilt die Kündigung trotzdem als zugegangen. Vergleichbares gilt bei der Übergabe an Familienangehörige im Haus. Auch in diesem Fall geht die Kündigung unmittelbar zu.