Ist es sinnvoll einen Mediator einzuschalten?

Ich habe gehört, dass es sinnvoll ist, bei einem Streit mit dem Arbeitgeber nicht gleich zu einem Rechtsanwalt zu gehen, sondern einen Mediator einzuschalten. Ist das tatsächlich so?

Antwort:


In der Tat empfiehlt es sich grundsätzlich, vor einer streitigen, gar gerichtlichen, Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber im konsensualen Weg eine Einigung bzw. Lösung des Problems zu versuchen. Denn nicht selten ist auch nach einem gewonnenen Arbeitsgerichtsprozess das Vertrauen zwischen den Beteiligten zerstört und eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für beide unvorstellbar. Um Konflikte zu lösen, greifen seit einiger Zeit daher immer mehr Unternehmen auf eine so genannte Mediation zurück. Diese ist zwar einem klassischen arbeitsgerichtlichen Verfahren nicht unähnlich, unterscheidet sich von dieser allerdings im Wesentlichen dadurch, dass keine Verhandlung gegeneinander, sondern eher miteinander erfolgt. Beide Beteiligte erhalten dabei ausreichend Gelegenheit, die Hintergründe der Auseinandersetzung vorzutragen. Auch entscheiden die Beteiligten gemeinsam, wie die verbindliche Ergebnisvereinbarung aussieht.

Die Mediation ist freiwillig, denn sie verlangt den Beteiligten ein hohes Maß an Verhandlungs- und Konfliktlösungsbereitschaft ab. Sie kann auch ohne ein Ergebnis enden. Kommt es bei der Mediation nicht zu einer Lösung, kann der Prozess (wieder) aufgenommen werden.

Damit eine einvernehmliche Lösung entstehen kann, wird bei einer Mediation das typische Über-/ Unterordnungsverhältnis zwischen den Beteiligten aufgehoben. Der Mediator begleitet den Prozess und greift gegebenenfalls regulierend ein. Im Gegensatz zu einem Schlichtungs- oder Gerichtsverfahren ist bei einer Mediation die Schuldfrage nicht von wesentlicher Bedeutung. Es kommt vielmehr auf das Ergebnis an.

Sofern beide Seiten eine einvernehmliche Lösung erreichen wollen, kann eine Mediation in der Tat sinnvoll sein. Dagegen ist regelmäßig ein anderer Weg zu wählen, wenn sich eine Seite einer solchen Lösung von Anfang an sperrt und auf ihren Standpunkt beharrt.