Krisensituationen meistern - Young Leaders auf dem Weg zur Erfolgssteigerung

Eine junge Führungskraft wird in den ersten Monaten und Jahren in ihrer Position stark daran gemessen, wie sie insbesondere schwierige Situationen bewältigt. Schönwetterkapitän zu sein ist nicht so schwer. Aber bei Unwetter und in Krisensituationen angemessen und souverän zu reagieren – das macht letztlich die Kompetenz als Führungskraft aus und wird bei anderen eine starke Wirkung hinterlassen.

DIE FÜHRUNGSKRÄFTE unterstützen die jüngeren Mitglieder natürlich auch bei diesem Thema. Am 24. Mai 2011 fand eine Vortrags- und Diskussions-veranstaltung der YOUNG LEADERS mit dem Titel „Krisensituationen gekonnt meistern – Wie Sie als junge Führungskraft unangenehme Botschaften erfolgreich vermitteln“ in den Räumen der FÜHRUNGSKRÄFTE in Köln statt.

Da das Wetter frühsommerlich sonnig war, ließ sich das Kölsch danach sogar auf der Dachterrasse genießen – ein Bonbon nach zwei Stunden intensiver Arbeit am Thema.

Doch vor dem Bonbon kam erst einmal die Arbeit: Wie gestalte ich ein Kritikgespräch mit einem Mitarbeiter? Wie teile ich unangenehme Botschaften mit – und wie gehe ich mit emotionalen Reaktionen um? Wie begegne ich einem Kunden, der zu Recht verärgert ist über eine Lieferverzögerung und in seinem Ärger mich als Vorgesetzten sprechen will?

Die Herausforderungen als Führungskraft sind schier unerschöpflich. Die gute Nachricht: Der professionelle Umgang damit ist erlernbar. Die Referentin des Abends, Nadja van Uelft, Inhaberin von KICK, dem Kölner Institut für Creatives Kommunizieren (www.kick-koeln.de), zeigte konkrete Lösungsansätze auf.

Beim Umgang mit „schwierigen“ Botschaften will vor allem ein Fakt berücksichtigt werden: Sobald sich ein Mensch durch ein Erlebnis oder eine Nachricht bedroht fühlt, schaltet das Gehirn in den Gefahrenmodus – das rationale Denken wird weitgehend ausgeschaltet. Der damit verbundene sogenannte „psychologische Nebel“, ausgelöst durch die Ausschüttung von Stresshormonen, beeinträchtigt rationales Denken und Wahrnehmung. Ein Mensch, der sich im psychologischen Nebel befindet, kann in diesem Zustand weder richtig zuhören noch kommunizieren und wird sachliche Informationen nur teilweise verarbeiten. Missverständnisse und Missstimmungen sind hier geradezu vorprogrammiert.

Darum ist es erforderlich, sich auf diese emotionale Ebene einzuschwingen und den anderen dort „abzuholen“, bevor man gemeinsam auf die Sachebene zurückgeht. Mit der probaten Fünf-Schritte-Methode, einer effektiven Abfolge von fünf Teilschritten, lässt sich eine solche konflikthafte Situation bewältigen und der emotional aufgebrachte Mitarbeiter bzw. Kunde behutsam auf die sachliche Ebene zurück führen. Und das Ganze optimalerweise, ohne dass man selbst in den psychologischen Nebel gerät.

Sollte das Gespräch nichtsdestotrotz weiter eskalieren – entweder weil der Gesprächspartner sich nicht beruhigen kann oder man selbst inzwischen emotional aufgebracht ist – so empfiehlt es sich, das Gespräch höflich zu beenden und später neu aufzunehmen. Diese Strategie hat den Vorteil, dass sich der psychologische Nebel bei beiden Gesprächspartnern auflösen und das Gespräch sachlich neu aufgenommen werden kann.

Nadja van Uelft sagt als Expertin für Rhetorik und Kommunikation dazu: „Die Wirkung des psychologischen Nebels wird auch von alten Hasen oft unterschätzt, weil man meint, im Geschäftsleben bewege man sich doch auf rein sachlichem und fachlichen Terrain. Das stimmt natürlich einerseits. Doch andererseits haben wir es auch in Unternehmen immer mit Menschen zu tun, und das menschliche Gehirn bringt nun mal diese reflexhafte Reaktion auf gefühlte Bedrohung mit sich. Wenn man aber weiß, wie man damit umgeht, lassen sich auch als junge Führungskraft diese Situationen meistern.“ Mehr noch: Eine junge Führungskraft, die Krisensituationen erfolgreich meistert, wird in ihrem weiteren Berufsleben insgesamt mehr Erfolg haben. Na, da schmeckt doch der Kölsche Imbiss beim Get Together im Anschluss an die getane Arbeit gleich noch besser.