Vortragsveranstaltung bei der Stadtwerke Münster GmbH

Anfang November 2013 trafen sich die Teilnehmer der VGF West im westfälischen Münster. Eingeladen hatte der Kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Münster GmbH, Dr. Henning Müller-Tengelmann. Er referierte zum Thema „Kommunalwirtschaft zwischen Kundenbedürfnissen und Daseinsfürsorge – Neue Wege zur Absenkung kommunaler Defizite“.

Verwaltungsgebäude Hafenplatz

Um als Stadtwerk zukunftsfähig zu bleiben, benötigt man neue Wege. Nur mit der klassischen Daseinsfürsorge, also dem Verkauf von Strom, Gas und Wasser, kann ein Stadtwerk mit überregionalen Anbietern nicht mithalten. Seit geraumer Zeit gehen die Stadtwerke Münster bei der Kundenbindung daher neue Wege. So wurde bereits vor etlichen Jahren die Stadtwerkekundenkarte in Leben gerufen. Bei Vorlage dieser Karte, die alle Stromkunden der Stadtwerke kostenfrei erhalten, gibt es bei vielen regionalen Anbietern attraktive Rabatte.

Ganz neu und innovativ ist seit 2013 aber die Verbindung der „PlusCard“, wie die Stadtwerkekundenkarte korrekt heißt, mit einem elektronischen Ticket für den regionalen Nahverkehr. Nicht nur, dass man damit problemlos bargeldlos an Bord kommt, der Fahrpreis wird gleichzeitig auch rabattiert. Das Kramen nach Münzen am Fahrscheinautomat gehört damit der Vergangenheit an. Bei Betreten des Busses wird die Karte gescannt und der Fahrpreis dem Konto belastet.

Kein Fortschritt bedeutet Rückschritt: Getreu diesem Motto schaut man aktuell interessiert nach Osnabrück, genauer auf das dortige Freizeitbad. Betreiber des beliebten Nettebades sind die Stadtwerke Osnabrück. Die Stadtwerke Münster könnten sich gut vorstellen, das Konzept auf Münster zu übertragen. Seit der Schließung der Germania-Therme im Jahr 2001 besteht im Spaßbadbereich jedenfalls Vakanz.

Fazit: Kundenbindung funktioniert gerade für öffentliche Stadtwerke nur über kreative Wege. Der Vortrag schloss mit interessanten Gesprächen, die noch bei einem Glas Bier am beliebten Münsteraner Stadthafen fortgesetzt wurden.