Besuch bei Krauss-Maffei Wegmann

VGF-Süd am 14.03.2012

Am 14. März 2012 hatte die VGF-Gruppe (Vereinigung der Geschäftsführer) Süd ihre Teilnehmer zu einem hochinteressanten und spannenden Vortrag samt Besichtigung zur Firma Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG (KMW) nach München Allach eingeladen.

Der Gastgeber und Referent war Dr. Dirk Schmidt. Er ist Vorstandsmitglied der Regionalgruppe Süd und Bereichsleiter für Training & Simulation bei KMW und arbeitet seit vielen Jahren auf dem technologisch sehr anspruchsvollen Gebiet der Simulation.

Die Wurzeln der heutigen Firma KMW mit Sitz in München reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. KMW ist Marktführer für hochgeschützte Rad- und Kettenfahrzeuge. Darüber hinaus besitzt KMW eine umfassende Systemkompetenz u. a. auf dem Gebiet Führungs- und Informationssysteme sowie militärischer und ziviler Simulation. Der Bereich Training & Simulation bei KMW befasst sich mit dem weltweiten Vertrieb, Entwicklung, Herstellung und Betreuung von Ausbildungsgeräten und Simulatoren für alle Arten von Landfahrzeugen angefangen von Autos über LKW und aller Arten von Zügen und Lokomotiven bis zu Rad- und Kettenfahrzeugen im militärischen Bereich. Ebenso wie das Gesamtunternehmen hat der Bereich einen sehr hohen Exportanteil und ist einer der Markführer im Bereich der Simulatoren für Landfahrzeuge.

Weltweit gibt es über 100 Firmen, die sich mit einem Markvolumen in Höhe von ca. 5 Mrd. U$ auf den Bereich „Modeling & Simulation“ (M&S) spezialisiert haben. Besonders beeindruckend war der von Dr. Schmidt gezogene Vergleich zur Spiele-Industrie. Hier beträgt das Marktvolumen rund 60 Mrd. U$, wobei der Weltmarktführer Acitvision Blizzard USA allein einen Umsatz von ca. 4 Mrd. U$ pro Jahr hat. Betragen die Entwicklungskosten eines Online-Spiels bis zu ca. 100 Mio. U$, die Verkaufspreise ca. 50 Euro und die Stückzahlen der verkauften Spiele einige Millionen, so liegen die Verkaufspreise für ein Trainings-Simulationssystem in der M&S Industrie zwar bei mehreren Millionen Euro, aufgrund der geringen Stückzahl mit der solche Systeme verkauft werden, stehen aber auch nur vergleichsweise geringe Entwicklungsgelder von wenigen Millionen Euro zur Verfügung. Der Anspruch der Anwender an eine äußerst realistisch wirkende „virtuelle Welt“ ist dabei aber genauso hoch wie bei einem Computerspiel.

Im zweiten Teil des Vortrages referierte Dr. Schmidt über die Ausbildung von Piloten, Lokführern und Soldaten in Simulatoren. Hauptargumente für den Einsatz von zum Beispiel Flug-, Zug-, LKW- und Panzersimulatoren sind u. a. der geringere Preis als das Originalsystem, die geringeren Betriebskosten und der geringere Verschleiß sowie die Möglichkeit, sicherheitskritische Situationen ohne Gefahr für Menschen und Umwelt zu üben.

Das Highlight des Abends war zweifellos die Möglichkeit der Teilnehmer, sich in den von KMW entwickelten Panzersimulatoren selbst als Fahrer oder Schütze zur versuchen. Während der Simulationsübungen standen mehrere Ausbilder für Einweisungen, Hilfestellungen und Fragen zur Verfügung. Dennoch waren die Mitglieder froh, dass sämtliche demolierten Autos und Häuser nur virtuell existierten.

Abschließend lud KMW zu einem kleinen Stehimbiss und es bestand die Möglichkeit, das Erlebte auszutauschen und ergänzende Fragen zu stellen.