27. Frauennetzwerktreffen – Workshop in Köln – Weibliche Durchsetzungskraft in schwierigen Situationen mit den Prinzipien des Aikido

Eine Gruppe gestandener Führungsfrauen hat sich an diesem Frühlingsabend im Mai in Köln eingefunden, hochmotiviert und gespannt auf das, was sie erwartet. Das Thema ist ein durchaus ungewöhnliches: Weibliche Durchsetzungskraft stärken, klar, das hat man schon oft gehört. Aber mit den Prinzipien der Kampfkunst Aikido – das ist etwas, was für alle Anwesenden neu ist.

Nach einer gemeinsamen kulinarischen Stärkung und Einstimmung geht es los. Die Trainerin, Führungs-Coach Nadja van Uelft, 1. Dan Aikido, steht vor der Gruppe und macht erst einmal Aufwärmübungen vor. Diese haben etwas von Tai Chi, fließende, runde Bewegungen. Der Grundstand, die Füße breit und leicht nach außen gedreht mit gebeugten Knien, ist doch auf Dauer ganz schön anstrengend. Es regen sich Muskeln in den Oberschenkeln, die man sonst nicht so bemerkt. Es geht auch um Konzentration und Stille, darum, die Wahrnehmung auf sich selbst zu lenken und den eigenen Körper zu spüren. Eine notwendige Voraussetzung, um dann in die Zweierübungen zu gehen.

Denn Aikido ist eine echte Kampfkunst, mit je einem Angreifer und einem Verteidiger, der den Angriff abwehrt. Allerdings ist es eine friedfertige Kampfkunst, bei der nicht nur das eigene Wohl, sondern auch das Wohl des Gegenübers gewahrt wird. In der Aikido-Übung dieses Abends greift jeweils eine Frau in einer vorgegebenen Weise eine andere Teilnehmerin an, die wiederum mit einer bestimmten Technik diesen Angriff aufnimmt und umlenkt. Es geht dabei darum, Ruhe zu bewahren, die eigene Standfestigkeit zu stärken und die Reaktion auf den Angriff klug anzupassen. Eine ausgewogene Balance zwischen Aggressivität und allzu großer Nachgiebigkeit zu halten – und vor allem, die durch den Angriff ausgelöste eigene Stressreaktion zu minimieren.

Alles Fertigkeiten, die auch im Alltag ungemein hilfreich sind. Nach mehrmaligem Partnerinnenwechsel und wiederholtem Ausprobieren der Übung wird das Erlernte auf Alltagssituationen übertragen: Wie bleibe ich standfest, auch wenn mich jemand verbal angreift? Wie kann ich meine neu errungene Aikido-Erkenntnis nutzen, wenn jemand über meine Grenzen geht? Die Teilnehmerinnen haben nun Gelegenheit, für diese Fragen individuelle Antworten zu finden.

Beschwingt und inspiriert ziehen die Teilnehmerinnen am Ende der Veranstaltung das Fazit: Die große fachliche Kompetenz, die wir als Führungsfrauen haben, profitiert ungemein von der Standfestigkeit und der Weisheit des Aikido und wird dadurch für unser Gegenüber wirklich spürbar. So werden wir noch glaubwürdiger, präsenter und überzeugender. Und letztlich noch erfolgreicher.

Eine gelungene Veranstaltung – abgerundet mit einem köstlichem Buffet.

 

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