26. Frauennetzwerktreffen in Essen

Lebhafte Diskussion beim 26. Frauennetzwerktreffen in Essen

26. Frauennetzwerktreffen in Essen, Quelle: Eigene

Aktuelle Studien belegen erschreckend deutlich, dass weibliche Führungskräfte weiterhin nur einen geringen Anteil in der Wirtschaft einnehmen und in den Top-Etagen (Vorstand, Aufsichtsrat etc.) so gut wie gar nicht zu finden sind. Ob sie auch weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen wird nicht selten kontrovers diskutiert, hängt das Ergebnis der Studie doch häufig davon ab, welche Eckdaten man zugrunde gelegt hat.

Warum bleibt der berufliche Aufstieg von Frauen so häufig aus? Liegt es an ihrem zu schwachen Selbstmarketing? Ist es ihnen einfach nicht möglich, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen? Haben die männerdominierten Entscheidungsgremien in den Unternehmen die Materie „weibliche Führungskräfte“ noch nicht hinreichend im Blick?

Um der Frage einmal anhand eines erfolgreichen Vorbildes nachzugehen, fanden sich die weiblichen Führungskräfte am 21. Januar 2013 zum bereits 26. Essener Frauennetzwerktreffen im Haus der Führungskräfte ein. Während des kleinen Imbisses vorweg nutzten sie bereits die Gelegenheit, sich zu dem Thema „Wie wurde ich, was ich heute bin?“ auszutauschen und sich so auf den entsprechenden Vortrag einzustimmen.

 „Wie wurde ich, was ich heute bin?“ - eine Frage, die Sylvia Prätorius-Walch sehr gut zu beantworten vermag. Prätorius-Walch ist u.a. Geschäftsführerin der ERKA Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, einer Gesellschaft des E.ON-Konzerns. Darüber hinaus ist sie Aufsichtsrätin eines mittelständigen Unternehmens mit Sitz in Essen. Als eine, die es geschafft hat, sich gegenüber den männlichen Mitstreitern zu behaupten, stellte Prätorius-Walch anhand ihres eigenen beruflichen Werdeganges dar, wie Frauen ihre Karriere vorantreiben können bzw. vorantreiben sollten.

Prätorius-Walch berichtete zunächst von ihrer Ausbildung, die sie noch mit dem Titel „Diplom-Kaufmann“ abgeschlossen hat. Die „Diplom-Kauffrau“ gab es zu dieser Zeit noch gar nicht. Die Referentin beschrieb sehr lebendig, wie sie innerhalb kurzer Zeit die Karriereleiter emporstieg – und das zu einer Zeit, in der man es als Frau im Berufsleben noch schwieriger hatte als heute. Der Weg nach oben wurde ihr nicht leicht gemacht, er gestaltete sich teilweise sogar als sehr schwierig. Doch Prätorius-Walch ließ sich nicht unterkriegen. Ihre Biografie legt den Schluss nahe, dass neben einem deutlichen Mehr an Fachwissen ein ausgeprägter Kampfgeist sowie Durchsetzungsvermögen gegenüber den männlichen Kollegen der Schlüssel zum Erfolg einer weiblichen Führungskraft ist.

Im Anschluss an die zum Teil sehr bewegenden Ausführungen der Referentin entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, in der auch einige der Teilnehmerinnen über ihre jeweiligen Karrierewege und ihre Erfahrungen als weibliche Führungskräfte in einer eher von Männern besetzten Arbeitswelt berichteten. Die Damen waren sich schließlich einig: frau muss sich der Waffen eines Mannes bedienen, um sich behaupten zu können. Während ein Mann häufig „frech“ einen eher privaten Termin als „Geschäftstermin“ im Terminkalender deklariert, nimmt die gewissenhafte Frau Urlaub. Typisch Mann? Typisch Frau? In der Mitte dürfte – wie in vielen Dingen – der richtige Weg liegen.