Weltfrauentag 2019 ist kein Feiertag sondern ein Mahntag

Essen, 07.03.2019 - Am 8. März ist Weltfrauentag und damit ein guter Anlass, sich die Frage zu stellen, ob der Tag für Frauen ein Grund zum Feiern ist? Für Berliner BürgerInnen sicherlich, denn am Weltfrauentag ist nunmehr Feiertag und damit arbeitsfrei. Für den DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte ist der 8. März eher ein Mahntag denn ein Feiertag.

Gewiss ist seit den ersten Forderungen im Rahmen der Frauenbewegung um 1900 viel erreicht worden. Es gibt das Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft, im Privaten sowie im Berufsleben ist weit fortgeschritten. Aber es gibt eben auch einen großen Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichbehandlung im Sinne echter Chancengerechtigkeit. Es gibt also noch viel zu tun.

Der Zugang zum Berufsleben steht Frauen zwar offen, woran es aber noch immer mangelt ist der gleiche Zugang zu Führungspositionen in den Unternehmen, wie er für Männer als selbstverständlich gilt. Woran liegt es, dass die Unternehmen bei der Besetzung von Positionen im mittleren Management bis hinein ins Top-Management auf qualifizierte Frauen weitgehend verzichten und damit das intellektuelle Potenzial von rund 50% der Bevölkerung unberücksichtigt lassen?

Für DFK-Vorstand Ulrich Goldschmidt ist klar: „Frauen werden im Berufsleben noch immer diskriminiert. Das zeigen auch unsere eigenen DFK-Studien. Oft geschieht dies gar nicht vorsätzlich sondern fahrlässig. Will man das künftig verhindern, muss das Thema ‚Mehr Frauen in Führung‘ auf der Prioritätenliste der Unternehmen ganz nach oben rutschen. Die Unternehmensleitung muss sich zu diesem Ziel eindeutig bekennen und die Umsetzung einfordern. Das muss sich in eindeutigen und verbindlichen Zielen ablesen lassen. Diese Ziele müssen eine Aussage darüber treffen, was man, wie und bis wann erreichen möchte. Werden Ziele verfehlt, müssen Begründungen dafür angegeben werden. Ich erwarte auch von Aufsichtsräten, Gesellschaftern und Anteilseignern sowie von den Arbeitnehmervertretungen in den Betrieben, dass sie so etwas kritisch hinterfragen.“ Goldschmidt fordert auch Konsequenzen bei Verstößen gegen diese Zielsetzungen: „Wir brauchen Verbindlichkeit, Transparenz und Konsequenz. Wer sich als Vorgesetzter dieser Aufgabe nicht stellen will, muss damit rechnen, künftig für Führungsaufgaben nicht mehr berücksichtigt zu werden. Ein weiterer Aufstieg auf der Karriereleiter ist dann ausgeschlossen.“

Für den DFK ist dabei wichtig: Gleichstellung ist kein bloßes Frauenthema – obwohl es häufig darauf reduziert wird. Gleichstellung ist ein Thema, das beide Geschlechter angeht. Es braucht gerade die Unterstützung der Männer, um hier große Schritte zu machen. Aber dafür müssen Privilegien durchbrochen werden, muss auf Privilegien verzichtet werden. Und das fällt keinem leicht. Für einen bewussten Verzicht müssen Privilegien zunächst erkennbar sein. Ebenso wie unconcsious bias auf den ersten Blick nicht erkennbar sind, ist vielen Männern nicht bewusst, dass sie privilegiert sind. Denn Privilegien sind meistens unsichtbar für die Menschen, die privilegiert sind. „Durch die Dominanz von Männern an Schlüsselstellen im Berufsleben fällt es ihnen jedoch nachweislich leichter, Netzwerke aufzubauen und sich Karrierechancen zu eröffnen“, so Heike Kroll, Leiterin des DFK-Frauennetzwerkes. Im DFK gibt es seit mehr als zehn Jahren ein eigenes Frauennetzwerk. Dadurch wird das Vernetzen von weiblichen Fach- und Führungskräften gezielt gefördert und unterstützt. Der Erfolg des DFK-Frauennetzwerks lässt sich auch an Zahlen ablesen. Heike Kroll: „Von allen Mitgliedersegmenten wächst der Anteil der Frauen in der Mitgliedschaft des DFK am stärksten.“

2019_03_07_PM_DFK.pdf

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