Weiter hohe Arbeitszeiten bei Führungskräften

Mehr als 50 Wochenstunden sind bei Managern die Regel

Die Arbeitszeit von Führungskräften liegt mit durchschnittlich 52 Wochenstunden auf gewohnt hohem Niveau und damit auch weiterhin deutlich über tariflichen Arbeitszeiten. Ein Viertel der Führungskräfte arbeitet dabei mehr als 55 Wochenstunden. Dies ergibt die aktuelle Arbeitszeituntersuchung des Berufsverbandes "die Führungskräfte".

Auffällig ist dabei, dass die Länge der Arbeitszeit in den ersten drei Führungsebenen unterhalb der Unternehmensleitung gegenüber den Vorjahren enger zusammengerückt ist. In der ersten Ebene wird durchschnittlich 53 Wochenstunden gearbeitet, während es in der zweiten Ebene 52 und in der dritten Ebene 51 Stunden sind. Die höchsten durchschnittlichen Arbeitszeiten findet man mit 55 Wochenstunden in der Versicherungsbranche und in Verkehrsunternehmen, gefolgt von der Bauwirtschaft mit 54 Wochenstunden. Dagegen liegen die Manager aus der Mineralölwirtschaft mit 49 Wochenstunden hier am Ende der Tabelle. Davor sind mit 50 Wochenstunden die kommunalen Versorgungsunternehmen (Stadtwerke) platziert.

Rund 19 % der in dieser Studie befragten Führungskräfte sehen für ihre persönliche Arbeitszeit keinen Handlungsbedarf. Die große Mehrheit formulierte dagegen die deutliche Forderung, dass Folgerungen aus den hohen Arbeitszeiten gezogen werden müssen. Favorisiert wird von den Managern eine kürzere Lebensarbeitszeit (43 %). Auch die Einführung von Langzeitkonten für die Arbeitszeit findet mit 33 % viel Zustimmung. Als Alternativen werden auch die Gewährung freier Ausgleichstage und ein finanzieller Ausgleich durch eine höhere Vergütung genannt. Zum Teil deutliche Kritik an den betrieblichen Strukturen wird in einzelnen Branchen geübt. Insgesamt sehen 18 % der Führungskräfte hier eine Mitursache für ihre hohe Arbeitszeitbelastung. In der Mineralölwirtschaft fordern 43 % und in der Gaswirtschaft 37 % der Führungskräfte organisatorische Veränderungen, um zu einer Entlastung in der Arbeitszeit auch im Bereich der Führungskräfte zu kommen.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 17.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.