Spitzelaffäre bei Telekom kein Einzelfall?

Die Bespitzelung von Aufsichtsratsmitgliedern, Arbeitnehmervertretern, Managern und Journalisten durch die Deutsche Telekom legt die Frage nahe, ob es sich dabei wirklich nur um einen Einzelfall handelt. Immerhin dringen auch aus anderen Unternehmen und Konzernen immer wieder vertrauliche Details z. B. aus Aufsichtsratssitzungen oder Strategiepapieren an die Öffentlichkeit und finden ihren Weg in die verschiedensten Pressepublikationen.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" fordert daher die Unternehmen auf, schnellstmöglich intern zu untersuchen, ob es vergleichbare Ausspähungen im eigenen Haus gegeben haben könnte. "Die Unternehmen wären gut beraten, bei diesem Thema selbst rechtzeitig aktiv zu werden, um nicht von Gerüchten und externen Ermittlungen überrascht zu werden", empfiehlt Ulrich Goldschmidt, Geschäftsführer des Führungskräfteverbandes. Das Misstrauen, das den Unternehmen und dem Top-Management inzwischen entgegenschlägt, macht es nach Einschätzung des Führungskräfteverbandes unverzichtbar, sich dieses Themas offensiv anzunehmen. Sich diesen Fragen auch im Rahmen einer Selbstkontrolle zu stellen, sei der erste Schritt zur Wiederherstellung von Vertrauen. Wer jetzt den Kopf in den Sand stecke und so tue, als ginge ihn das alles nichts an, werde seiner Führungsverantwortung nicht gerecht und beschädige im Ergebnis sogar den Standort Deutschland, folgert der Führungskräfteverband.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner mehr als 18.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.