Immer wichtiger: die D&O-Versicherung

M. Schuckart - fotolia.com

Über die Entwicklung des Geschäfts im Bereich der D&O-Versicherung liegen zwar keine offiziellen Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor. Allerdings stellt der internationale Versicherungsmakler Aon Risk Solutions für den deutschen Markt fest, dass die Anzahl der Schadenmeldungen wie bereits in 2010 auch im Jahr 2011 auf einem erhöhten Niveau verblieben ist. Zurückgeführt wird dies weiterhin auf die Nachwirkungen der Finanzmarktkrise und deren ausklingende Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Sanierungen, Restrukturierungen und Insolvenzen bei den versicherten Unternehmen sind hier beispielhaft anzuführen.

Erhöhte Compliance-Anforderungen

Insgesamt bestätigt sich nach der Marktbeobachtung von Aon der Trend einer gesteigerten Anspruchsmentalität innerhalb der Unternehmen. Unter anderem bedingt durch erhöhte Compliance-Anforderungen gehen Aufsichtsorgane verstärkt etwaigen Pflichtverletzungen der Unternehmensleiter nach und setzen Ansprüche durch. Dies geschieht oft auch, um den Aufsichtsrat selbst gegen Regressforderungen wegen nicht gestellter Schadensersatzansprüche zu schützen. Betroffen sind dabei vielfach auch ausgeschiedene Unternehmensleiter. Im Zuge wegen dieser möglichen Eigenhaftung ist zudem eine Zunahme der Überprüfung der D&O-Policen durch die Aufsichtsorgane zu verzeichnen.

Teilweise wurde für von der Naturkatastrophe in Japan betroffene Unternehmen die Erhebung von Schadensersatzansprüchen gegen Vorstände und Geschäftsführungen erwogen. Im Hinblick auf die D&O-Versicherungen sind hier Schadenfälle infolge der Gewährung unzureichenden Versicherungsschutzes denkbar. Nach Angaben der Versicherer hat sich dieses Vorgehen der Unternehmen indes bislang nicht bestätigt.

Die D&O-Versicherer selbst reagieren auf die gestiegenen Schadensmeldungen mit detaillierter Prüfung des Versicherungsschutzes. Im Falle der Bestätigung der Deckung bezieht sich diese vielfach auf die Gewährung von Abwehrschutz, nicht auf Schadenszahlungen. Im Vordergrund steht die Abwehr unbegründeter Schadensersatzansprüche.

Ausblick

Vor dem Abschluss von D&O-Versicherungen schauen die Versicherer inzwischen genauer hin. Deutlich zu erkennen ist ein Trend intensiverer Prüfung der D&O-Risiken. Im Fokus stehen hier aber insbesondere die Kennzahl der Unternehmen sowie Schadensfälle in der jüngeren Vergangenheit oder Sachverhalte, die Schadenspotential bergen können. Bei vermeintlich günstigen Risiken sind insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen nach wie vor Prämienreduzierungen im einstelligen Prozentbereich realisierbar. So hört man aus Versicherungskreisen. Bei größeren Konzernen sei dies vom Einzelfall abhängig. Auch in der Finanzdienstleistungsbranche sind teilweise Prämienreduzierungen zu erreichen. Hintergrund ist hier die zuletzt finanzmarktkrisenbedingte „Marktverhärtung“ einschließlich Prämienerhöhungen in diesem Bereich.

Gleichwohl gibt es immer noch Fälle, bei denen die Risiken als so gravierend eingestuft werden, dass keinerlei Versicherung möglich ist.

Festzustellen ist der Trend zu weiten Versicherungsbedingungen. Die D&O-Versicherung mutiert dabei zu einer Manager-Vollkasko-Deckung, die über die erhobenen Schadensersatzansprüche auch die mittelbaren Folgen für den Manager beseitigen soll. Regelmäßig taucht hier die steuerrechtliche Frage auf, wie der geldwerte Vorteil für eine solche Versicherungsprämie einkommensteuerrechtlich zu behandeln ist.

Bei schwierigen Risiken sind teils Restriktionen in den Bedingungen bis hin zur Zurückzeichnung ganzer Risiken durch die Versicherer zu verzeichnen. Hintergrund ist die Schadenserfahrung, die die D&O-Versicherer in der jüngeren Vergangenheit gemacht haben. Hinzu kommt ein erhöhter Kapitalbedarf, den die Versicherer zur Rückversicherung infolge verlängerter Nachmeldefristen in den D&O-Bedingungen auffangen müssen. Dies dürfte sich im Lichte der Regeln zu Solvency II verstärken.

Zunehmend stehen Compliance-Gesichtspunkte beim Abschluss von D&O-Versicherungen im Fokus der Unternehmen. Die betrifft neben der umfassenden Deckung von Compliance-Verstößen insbesondere die Struktur und Gestaltung des internationalen D&O-Versicherungsschutzes.

Festzuhalten bleibt, dass viele Versicherer keine überzeugenden Lösungen bereithalten, die im Zusammenspiel der Versicherungssumme mit dem persönlichen Selbstbehalt umfassenden Schutz bieten. Zwar werden inzwischen Lösungen für die verlängerten Verjährungsfristen bei Ansprüchen gegen Vorstände von börsennotierten Aktiengesellschaften und Kreditinstituten angeboten. Dies allein reicht aber nicht, um das individuelle Haftungsrisiko angemessen abzudecken.

D&O-Versicherung – Was ist das?

Mit der Directors and Officers (D&O)-Versicherung werden Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglieder und gegebenenfalls Leitende Angestellte, die wie Unternehmensorgane haften, gegen Schadensersatzansprüche versichert, die auf Pflichtverletzungen in Ausübung ihrer dienstlichen Funktion beruhen. Diese Manager haften für unternehmerisches Fehlverhalten, so dass die Schadenssummen extrem hoch und häufig auch existenzbedrohend sein können, wenn der Versicherungsschutz fehlt.

 

Für Verbandsmitglieder

DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK empfehlen die persönliche D&O-Versicherung, weil man damit seinen individuellen Versicherungsschutz nicht durch ein Fehlverhalten Dritter gefährdet. Dazu bieten DIE FÜHRUNGSKRÄFTE über den langjährigen Kooperationspartner helmig & partner (Rohrkamp 6, 59348 Lüdinghausen, Tel.: 0259/9186-0, Email: jostameling(at)helmig-partner.com, Internet: www.helmig-partner.com) die Möglichkeit einer individuellen D&O-Versicherung.