Romanische Kirchen in Köln, ein bau- und kunsthistorisches Erlebnis - St. Maria im Kapitol

Ort
St. Maria im Kapitol
Kasinostraße 6
50676 Köln
Wegbeschreibung in Google Maps
Zeitraum
20.05.2017
11:00 Uhr
Dozent / Referent

Dr. Christoph Bellot, freischaffender Kunsthistoriker

Beschreibung

Wir planen eine Reihe von bau- und kunsthistorischen Führungen durch Kölns 12 Romanische Kirchen und beginnen im Mai mit St. Maria im Kapitol und St. Pantaleon. Wenn Sie beide Kirchen sehen möchten, melden Sie sich bitte direkt zur jeweils anderen Führung am 27.05.2017 an.

20.05.2017Gruppe A)St. Maria im Kapitol: 11:00 Uhr (Dr. Bellot)
Kasinostraße 6
50676 Köln
 Gruppe B)St. Pantaleon: 11:00 Uhr (Dr. Hagendorf-Nußbaum)
Am Pantaleonsberg 10a
50676 Köln 
27.05.2017Gruppe A)St. Pantaleon: 11:00 Uhr (Dr. Bellot)
Am Pantaleonsberg 10a
50676 Köln 
 Gruppe B)St. Maria im Kapitol: 11:00 Uhr (Dr. Hagendorf-Nussbaum)
Kasinostraße 6
50676 Köln

Kölns 12 Romanische Kirchen sind in dieser Vielfalt - und quasi im Stadtzentrum gelegen –  von außergewöhnlicher kunst- und baugeschichtlicher Bedeutung. Sie alle wurden im zweiten Weltkrieg zerstört und nach dem Krieg – überwiegend durch Spenden aus der Bevölkerung - wieder aufgebaut. 1985 feierte Köln mit dem Jahr der Romanischen Kirchen den vollendeten Wiederaufbau. Erhalt und Ausstattung werden von dem seit 1981 bestehenden Förderverein Romanische Kirchen entscheidend gefördert.

Wegen der baugeschichtlichen Zusammenhänge wollen wir die Romanischen Kirchen in chronologischer Reihenfolge besuchen. Wir starten mit den beiden ältesten - St. Maria im Kapitol und St. Pantaleon.

St. Maria im Kapitol steht an der Stelle des Haupttempels zu Ehren der Kapitolinischen Trias Jupiter, Juno und Minerva in der der Römerstadt. Das Tempelpodium und große Mengen antiken Steinmaterials sind in der romanischen Kirche des 11. Jahrhunderts aufgegangen. Der vom Kölner Erzbischof Hermann II. und seiner Schwester Ida gestiftete Kirchenbau zeigt mit seinem mächtigen Kleeblattchor eine innovative und für die romanischen Kirchen Kölns wegweisende Chorlösung. Das ansässige Damenstift war das vornehmste in der Stadt und erfreute sich besonderer Nähe zum Erzbischof, zum Kaiser und zur Kölner Führungsschicht. Kostbare Ausstattungsstücke zeugen von dieser besonderen Wertschätzung. Erhalten ist die hölzerne romanische Bildertür der Kirche mit ihren zahlreichen Reliefs zur Kindheit  und Passion Jesu. Der prachtvolle Lettner des frühen 16. Jahrhunderts ist das erste große Stück Renaissancekunst in Köln.

St. Pantaleon ist unter den romanischen Kirchen Kölns einer der ältesten erhaltenen Bauten. Erzbischof Bruno, der eigentliche Begründer der bischöflichen Stadtherrschaft in Köln, bestimmte die Kirche 965 zu seiner Grablege. Der von ihm gestiftete Saalbau steht im ansonsten hochmittelalterlichen Bestand noch aufrecht. Das eindrucksvolle Westwerk des frühen 11. Jahrhunderts erinnert an römische Stadttorarchitekturen und war mit seinem Wanddekor aus Vorlagen und Rundbogenfriesen stilbildend für die romanische Architektur im Rheinland. Kaiserin Theophanu, byzantinische Prinzessin und Gattin Kaiser Ottos II. wählte die Kirche mit dem griechischen Titelheiligen 991 ebenfalls als Begräbnisort. Trotz schwerer Schäden im Zweiten Weltkrieg hat St. Pantaleon einige Ausstattungstücke bewahrt, die in anderen mittelalterlichen Kölner Kirchen verschwunden sind. So die kostbaren romanischen Schreine der heiligen Albinus und Marinus, den spätgotischen Lettner mit reichem Skulpturenprogramm  und den dem hl. Pantaleon gewidmeten barocken Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert.

Am 14.und 28. Oktober 2017 werden wir die Reihe mit St. Georg und St. Cäcilia fortsetzen.

Wir freuen uns, dass wir mit Frau Dr. Lucie Hagendorf-Nußbaum und Herrn Dr.Christoph Bellot zwei herausragende Kenner der Materie gewinnen konnten.

Dr. Lucie Hagendorf-Nußbaum ist Kunsthistorikerin mit dem Schwerpunkt mittelalterliche und frühneuzeitliche Kunst. Nach der Promotion über islamisch-normannische Bauten in Sizilien folgten zahlreiche Arbeiten und Projekte zur Architektur und Ausstattung  der romanischen Kölner Kirchen.  Im Rahmen der Tätigkeit für den Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V. war sie zuletzt mit einem Forschungsprojekt zu den mittelalterlichen Kölner Pfarrkirchen befasst.

Dr. Christoph Bellot ist freischaffender Kunsthistoriker, studierte in Köln und Wien und wurde mit einer Arbeit zur Theorie der Allegorie im Mittelalter promoviert. Seine Forschungen und Publikationen zur Kunstgeschichte gelten Themen vom Mittelalter bis zur Moderne. Er war unter anderem Mitarbeiter am 'Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler' und ist am Projekt der 'Kunstdenkmäler von Bayern' beteiligt. Seit 1998 hat er einen Lehrauftrag an der Universität Passau.

Zur Organisation: Führungen in den Romanischen Kirchen sind nur samstagvormittags möglich. Deshalb finden je zwei Führungen am 20.05. und am 27.05. parallel in 2 Gruppen statt. Bitte melden Sie sich je Termin für Gruppe A oder B an, wenn Sie beide Kirchen besichtigen möchten.

Im Anschluss an die Führungen ist ein Zusammensein im Restaurant Malzmühle, Höhnersaal, Heumarkt 6 auf Selbstzahlerbasis geplant. Bitte geben Sie an, ob Sie an diesem teilnehmen möchten.


Zusätzliche Hinweise:

Kontakt: 0171 31 77 987

Teilnahmegebühr 5 Euro, Studierende frei

Parken St. Maria im Kapitol: öffentl. Tiefgarage im Maritim-Hotel, Tiefgarage Heumarkt, Parkhaus Kaufhof. ÖPNV: Haltestellen Heumarkt oder Neumarkt

Parken St. Pantaleon: Parkhaus Rotonds am Pantaleonswall 27, ÖPNV: Poststr. Haltestellen Altstadt Süd, Barbarossaplatz, Eifelstraße


Diese Veranstaltung wird über die DFK-Kompetenz GmbH als Servicegesellschaft des Verbandes abgewickelt.

Anmeldeschluss ist der 18.05.17