Dafür-Kommunikation begeistert und befähigt Schwerpunkt Kommunikation im Unternehmen

Arne Stroemer

von Arne Stoermer

Man neigt häufig dazu, andere Menschen und deren Äußerungen zu berichtigen, sie auf ihre Fehler hinzuweisen. Selbst wenn es gut gemeint sein sollte: Das stoppt Gedankenflüsse sowie kreative Prozesse. Und es wirkt demotivierend, blockiert die Kommunikation, führt dazu, dass keine Impulse mehr entstehen.

Anders macht es „Dafür-Kommunikation“, die gerade für Führungskräfte wichtig ist: Sie bestärkt den Kommunikationspartner. Und sie orientiert und leitet ihn auf den richtigen bzw. passenden Weg.

Dafür-Kommunikation bevormundet und blockiert nicht. Keiner muss die eigenen Standpunkte aufgeben, sondern man entwickelt partnerschaftlich gemeinsame Ansichten und Handlungsweisen. So schafft man über Wertschätzung und Gespräche auf Augenhöhe eine harmonische Basis für künftige Zusammenarbeit.

Fehler vermeiden

Dafür-Kommunikation heißt, dass ich als Verantwortlicher FÜR den Menschen und FÜR die Sache kommuniziere, die wir gemeinsam erreichen wollen. Sie arbeitet mit Wertschätzung und Respekt. Dabei vermeidet sie diese Fehler in der Kommunikation:

  • gegen andere Meinungen anreden,
  • jemanden ausstechen und aus dem Gespräch herauskicken,
  • anfangen, rhetorisch zu betteln,
  • den Gesprächspartner aushebeln.

Wenn jemand für meine Sache spricht, heißt das nicht, dass er gegen andere Menschen sprechen muss. Auch nicht in der Politik. Ein Negativbeispiel: Der amerikanische Präsidentenwahlkampf 2016. Das war Kommunikationskrieg! Bei der Dafür-Kommunikation dagegen können auch unterschiedliche Sichtweisen bestehen bleiben. Sie bietet die Chance, dass Haltungen nicht zu Blockaden werden. Einen „Battle“ lässt sie gar nicht erst entstehen. Wer als Führungskraft „dafür kommuniziert“, will die anderen gewinnen, nicht diskreditieren oder übertrumpfen. Es gewinnen beide Seiten, nicht die, die besser schreien kann. Oder die, die andere besser schlecht macht.

Gewinnen, nicht diskreditieren

Führungskräfte schaffen mit Dafür-Kommunikation vor allem eines: dass die Mitarbeiter mitgehen, dass die Dinge, die sie anstoßen, Kraft nach vorne bekommen. In unseren Trainings üben wir nicht, wie man „Mitarbeiter führt“, sondern wie man „Kollegen orientiert“. Das ist heute die Anforderung! Es heißt, die Menschen, mit denen man es als Führungskraft zu tun hat, erst einmal zu bestätigen, Positives aufzugreifen, neue Wege aufzuzeigen – auch mit der Energie des Widerstandes. Beispiel: Ein junger Mitarbeiter ist besonders kritisch. Man bittet ihn, seine Position darzustellen, bestärkt seine positiven Ansätze, bügelt die Kritik nicht unter, fragt nach seinen Zielen und: „Würdest du denn auch die Arbeitsgruppe leiten?“ Dafür-Kommunikation ist keine Garantie, dass (so) etwas gelingt, aber sie erhöht die Chancen deutlich. Das „Dafür“ verändert, während es auch auf der anderen Seite entsteht, gelegentlich im Vorbeigehen. Unüberlegte Bemerkungen aus der Dagegen-Kiste haben schon manchen Motivierten dazu gebracht, sich zurückzuziehen, innerlich zu kündigen. Das Dagegen stoppt die Mitarbeiter.

Sich schneller entwickeln

Unternehmen profitieren von der Dafür-Kommunikation mehrfach. Sie bekommen deutlich schneller Menschen dazu, sich zu entwickeln und kreativ zu sein. Das gilt nicht nur für die Karrierebereiten. Wer Dafür-Kommunikation erfährt, ist nachweislich weniger krank und denkt übergreifender. Die Unternehmenskultur wird dadurch offener.

Es gibt Situationen, da sagt selbst die Dafür-Kommunikation „Stopp!“. Wenn die Argumentation willkürlich wird und jemand die positive Sichtweise ausnutzt, an anderen vorbei und nur zum eigenen Vorteil. Wenn eine Führungskraft hier einschreitet, sollte sie dennoch vermitteln: „Ich bin für dich als Person, nicht gegen dich.“

Einfach ist es nicht, Dafür-Kommunikation in Unternehmen und Organisationen zu etablieren. Wertschätzendes Verhalten ist anstrengend. Wir Menschen, besonders in Deutschland, haben uns das Bewerten Anderer angeübt und angewöhnt. Wir denken vom Problem zur Lösung, und wenn wir kein Problem haben, schaffen wir uns manchmal eines. „Dafür“ zu kommunizieren, verschafft Lust auf Lösung. Ein Kleinkind fragt nicht: „Warum kann ich nicht laufen?“ Es will laufen und probiert es, bis es klappt. Hinfallen wird in Kauf genommen. Schon alleine stehen zu können, vermittelt ein gutes Gefühl. Wir alle lernen besser über den Erfolg als über den Misserfolg. Wir lernen weniger über Fehler und „unrichtig sein“, sondern über das Ausprobieren. Aus Gönnen wird Können!

Nichts für Blauäugige und Mutlose

Dafür-Kommunikation ist nicht blauäugig. Sie sieht die Probleme klar und deutlich. Nur geht sie anders damit um, kommuniziert bewusster. Führungskräfte sollten sich so ausrichten und andere mitnehmen. Sie können Vorreiter als „Mitbefürworter“ auswählen und müssen sich zwingend mit Kommunikation und Rhetorik beschäftigen. Hinter Dafür-Kommunikation stehen die drei Großen „B“:

  • Begeistern
  • Befähigen
  • Beteiligen

Kontakt: as(at)stageacademy.de

Arne Stoermer ist Inhaber von Stage Academy, einem Unternehmen für Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung aus München.


Bildquellen: © Stage Academy

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