Am Rande vermerkt Achtung Satire

Ralf T. Krüger

von Ralf T. Krüger

Dass die Ihnen vorliegende Randspalte auch einmal mit „Achtung Satire!“ beginnen muss, um nicht mit aktuellen News oder gar politischen Statements verwechselt zu werden, hätte ich mir nicht träumen lassen. Aber gut. Achtung! Weiterlesen auf eigene Gefahr!

Achtung! Vielleicht ein generell nützliches Wort in diesen Zeiten. Allzuleicht kann man ja in die leeren Schälchen treten, die früher mal Fettnäpfe waren. Gerade in der Politik kennt man sich da aus.

Einher mit dieser Entwicklung geht ein schleichender Bedeutungsverlust der „klassischen“ Medien. Das ist nicht die Schuld der Tageszeitungen. Die haben es schwer genug.

Was sollen Leserinnen und Leser denn auch denken, wenn die Top-News der Woche sind, ob Angela Merkel und „AKK“ in einem oder zwei Flugzeugen zur Arbeit geflogen sind? Oder ob eine Schülerin die Fahrt im Segelboot im Atlantik gut übersteht – und dann womöglich zurückfliegt. (Ich für meinen Teil wäre gar nicht erst in das Boot gestiegen.)

Angesichts dieser heißen Themen fragt man sich unwillkürlich, ob man noch die „FAZ“ oder schon „Frau im Spiegel“ in der Hand hat.

Generell scheint also etwas mehr Gelassenheit angezeigt zu sein. So wie die alte Tante SPD sie gerade zeigt, indem sie ein neues politischen Format entwickelt: „Deutschland sucht die Supervorsitzenden“. Den Ablauf zu verstehen ist nicht ganz einfach. Gesungen wird wohl eher nicht. Aber ob es dann wohl auch Mottoshows gibt, in denen die KandidatInnen thematisch auftreten müssen, etwa als Willy Brandt oder Kurt Schumacher? Olaf Scholz mit knackiger Herbert-Wehner-Ansprache und Dieter Bohlen in der Jury. Und RTL überträgt am Samstagabend.

Ach, Politik könnte so schön sein.  


Bildquelle: © DFK - Verband für Fach- und Führungskräfte

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