Achtung! Sie verlassen die humorfreie Zone Vorsicht Satire

Dr. Ulrich Goldschmidt
Vorstandsvorsitzender

von Ulrich Goldschmidt

Nun ist der Bundestag also gewählt und wir können einmal entspannt auf den Wahlkampf zurückblicken. Wahlkampf? War da was? ­Seien wir ehrlich: Es war sterbenslangweilig. Und schlimmer noch: Es fehlte auch an Humor, Selbstironie und geistreichem Esprit. Man hatte mitunter den Eindruck, dass ganze ­Kohorten von Humorbeseitigungsassistenten aus jeder Äußerung eines Spitzenkandidaten auch die letzten Spurenelemente von Humor tilgen mussten. Sicher ist Politik eine ernste Angelegenheit. Aber doch bitte nicht trostlos! Wir haben keine Politikverdrossenheit im Lande, wohl aber eine Partei- und Poli­tikerverdrossenheit. Und wer sich diesen „Wahl­kampf“ angeschaut hat, weiß auch warum.

Immerhin ließ sich Angela Merkel in einer Fragerunde mit Kindern zu folgender Beschreibung ihres Arbeitsalltags als Kanzlerin hinreißen: „Essen, trinken, schlafen, Zähne putzen, reisen, überall sein, Akten lesen, schwere Entscheidungen treffen.“ Hier schimmerte noch so etwas wie Humor durch. Und bei Martin Schulz hatten seine Humor-Bodyguards einmal nicht aufgepasst und schon forderte er ungewollt und unkontrolliert lustig ein neues Rededuell mit seiner Kontrahentin, nachdem er die erste Diskussionsrunde bestritten hatte wie ein Elfmeterschütze beim Fußball, der den Ball zwar nicht ins Tor aber auf direktem Weg in die Erdumlaufbahn geschossen hatte und sofortige Wiederholung wegen eigener Inkompetenz verlangt. Bei den anderen Parteien sah es nicht besser aus. Die mumifizierten Humoresken eines Horst Seehofer sorgen wohl nur noch in einsamen bayerischen Bergdörfern ohne regelmäßigen Nachrichtenempfang für Aufsehen. Immer etwas arg bemüht und auf Dauer auch nur noch anstrengend war das, was uns die Christian Lindner-Partei angeboten hat. Überraschend war letztlich nur, dass sie auf dem Wahlzettel immer noch unter FDP firmierte. Die stets leicht moralinsauren Auftritte der Grünen standen auch nicht gerade für sprühende Lebensfreude. Man munkelt, dass auf Wahlversammlungen der Grünen in den letzten Wochen vor dem Wahltermin Maloxan als Fingerfood gereicht wurde. Liebe Politiker, bitte verlasst Eure humorfreien Zonen und macht nicht nur ernsthafte sondern auch unterhaltsame Politik.


Bildquelle: © DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK

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