Am Rande vermerkt Achtung Satire

Ralf T. Krüger

von Ralf T. Krüger

Vor rund einem Jahr war der Hinweis, Boris Johnson könne Premierminister werden noch ein echter „Kracher“ und sorgte stets für einen guten Lacher. Der Hinweis auf Frisur und Erscheinung waren da nur die Spitze des Eisberges, mit dem die Gazetten der Insel in ihrer üblichen – wenig zimperlichen – Art zu Werke gingen.

Von politischen Aussagen ganz zu schweigen, wie ein mögliches Gerichtsverfahren über Brexit-Lügen zeigt. Viel zu tun für die „Yellow Press“. Aber ob das alles noch zum Lachen ist?

Trösten wir uns mit dem großen Wort von Jakob Fugger: Nihil sub sole perpetuum. Dies soll auch – gerüchteweise – neues Motto in den USA sein, wo ja  bekanntermaßen eine blonde Kunstfigur mit orangenem Gesicht eine Reality Show über das Weiße Haus macht.

Im angelsächsischen Raum kolportiert man ja gerne,  dass in Deutschland „humour is nothing to laugh about“. Wahrscheinlich beginnt man derzeit auf beiden Seiten des Atlantiks zu ahnen, warum das so ist. Wenn man hierzulande sagt, dass Politik die Kunst des Möglichen ist, schwingt auch immer die bittere Erkenntnis mit, dass in der Politik eben alles möglich ist. Wer das nicht glaubt möge sich die Partei ansehen, die eine falsche Wahlliste einreicht, um dann zu klagen, die Liste werde abgelehnt. Gemeinhin nennt man es Regeln und Gesetze, aber wenn man angetreten ist, genau diese zu ändern, kann man ja gleich da anfangen ...

Wo wir über Deutschland sprechen: Fast unheimlich ist den Freunden des gepflegten Kopfschüttelns die Stille um Horst Seehofer.

Ich musste kürzlich an ihn denken. Einer dieser großen „Stadtgeländewagen“ bayrischer Herkunft (und mit Münchner Kennzeichen) glitt vor mir durch den urbanen Dschungel. Das Gefährt blinkte sehr plötzlich links, um dann in gleicher Manier sehr scharf rechts abzubiegen. Timing ist eben alles ... .


Bildquelle: © DFK - Verband für Fach- und Führungskräfte

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