Das Treffen der Generationen

Michael Krekels

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Generation „Baby Boomer“ mit ihrem Motto „Leben, um zu arbeiten“ ist auf dem Zenit ihres ­Berufslebens angekommen. Sie hat dort bereits die „Generation X“ mit ihrem Motto „Arbeiten, um zu leben“ kennengelernt und trifft nun auf die sogenannte ­„Generation Y“, über die in letzter Zeit viel geschrieben und berichtet worden ist. Deren Motto lautet ­„Arbeit und Leben verbinden“. Die Konflikte sind hier, so scheint es, vorprogrammiert, zumal diese Generation bereits weiß, dass im „War for Talent“ sie der Preis ist und beste Ausgangschancen hat. Die Älteren werden sich daran gewöhnen müssen, dass die Jüngeren die vorhandenen Vorstellungen von Leistungen und Sinn  in Frage stellen werden. Die schlechteste Reaktion darauf ist ein Beharren auf dem Status quo. Besser ist nicht nur die Aus­einandersetzung mit dieser Generation, sondern der Dialog, und  idealerweise lernen alle voneinander.

Es zeichnet sich also ein Wertewandel bei den Arbeitnehmern und damit auch den Führungskräften ab. Durch eine generationsübergreifende Belegschaft entstehen Diversity, Gleichstellungsabteilungen und Beauftragte für die Zusammenarbeit von Generationen. Die verschiedenen Generationen müssen dabei  lernen, ihre unterschiedlichen Arbeitsauffassungen zu akzeptieren. Der Baby Boomer hat eine Arbeitswelt kennengelernt, die durch starre Hierarchien und ebensolche Organisationsstrukturen geprägt waren. Ein Kollege aus der Generation Y nimmt sich mittags eine Stunde Zeit, um zu joggen, und arbeitet nach Feier­abend von zu Hause weiter und wünscht sich agile Organisationen. Unterm Strich müssen dabei natürlich die Arbeitsleistung und das Arbeitsergebnis stimmen.

Wer diesen Wertewandel als Chance begreift und auf die kommende Generation der Young Leaders zugeht, wird sicher die Nase vorn haben. Nicht nur bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter, sondern auch dabei, eine Kommunikation im Unternehmen zu schaffen, mit deren Hilfe Rahmenbedingungen entstehen, die ein effizientes Miteinander ermöglichen, welches das Unternehmen nach vorne bringt. Die jüngere Generation tut gut daran, Erfahrung und Know-how der Älteren „abzugreifen“, solange dies möglich ist. Eine gute Ausgangsbasis dafür sind Netzwerke und Mentoring-Programme, wie DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK sie anbieten. Dort können sich beide auf Augenhöhe begegnen und voneinander mehr erfahren und lernen. Weil die Generation Y  sich häufig über den Job hinaus in eigenen Projekten engagiert, werden Arbeit und Privatleben nicht mehr streng geteilt, sondern ergänzen sich und verschmelzen zunehmend. Aus dem Konzept der „Work-Life-Balance“ entwickelt sich die „Work-Life-Blend“. Private Angelegenheiten sollten auch während der Arbeitszeit geregelt werden können, gleichzeitig ist man jedoch auch bereit, bei Bedarf in der Freizeit zu arbeiten. Genau diesen Kompromiss gehen bereits viele Führungskräfte in der jetzigen Zeit des Sommerurlaubs ein, indem sie das Diensthandy in den Urlaub mitnehmen und in besonderen Fällen erreichbar sind. Denken Sie aber bitte immer daran, dass die Erholung dabei nicht zu kurz kommen darf.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer und  viel Spaß bei der Lektüre


Ihr
Michael Krekels


Bildquelle: © DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK

Zurück