Das Mentoring-Tool des DFK Schwerpunkt Young Leaders

Der DFK bietet seit geraumer Zeit den Wissensaustausch via Mentoring an. Dafür hat er eine eigene Plattform im geschützen Mitgliederbereich der Webseite geschaffen.

Sinn und Wert von Mentoring haben sich allseits herumgesprochen. Der Berufsverband DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK bietet seit geraumer Zeit den Wissensaustausch via Mentoring an. Dafür hat der DFK eine eigene Plattform im geschützten Mitgliederbereich der Website geschaffen. Mit einem (für Mitglieder) kostenlosen Online-Tool können Erfahrungsträger (Mentoren) und auf bestimmten Gebieten noch unerfahrene Personen (Mentees) sich suchen – und natürlich auch finden. So ergeben sich dann die bekannten „Mentoring-Tandems“, die nicht nur Wissens­transfer ermöglichen, sondern auch neue Netzwerke eröffnen. Es kann also ein echter „Kick“ für die Karriere sein – für beide Seiten.

Wie funktioniert es?

Das Netzwerken und die Weitergabe von Wissen sind beim Verband DIE FÜHRUNGSKRÄFTE gut geübte Praxis. Daher lag es nah, dass der DFK allen Mitgliedern einen Zugang zu einem Mentoringprogramm anbietet. Als einfachste Möglichkeit hat sich hierfür die Website des Verbandes im Internet angeboten. Diese ist erreichbar unter www.die-fuehrungskraefte.de. Aus vielen Gründen ist das Mentoring-Tool nur für Mitglieder verfügbar – u. a. zum Schutz der persönlichen Daten. Daher ist das „Einloggen“ in den geschützten Mitgliederbereich Pflicht.

Mitmachen und Mitreden

Wie beim „normalen“ Netzwerken lebt auch die Mentoring-Plattform als Online-Tool von der Teilnahme der Mitglieder, kurzum: vom Mitmachen. Das sollte man nicht vergessen. Um Menschen kennenzulernen – ob „online“ oder „offline“ –, muss man sich selbst beteiligen und einbringen. Und noch etwas anderes unterscheidet diese Art des Mentorings von anderen: Früher gaben Mentoren, also erfahrene – männliche wie weibliche – Führungskräfte ihr Wissen an Mentees, also jüngere, unerfahrene Personen, weiter. Es gab ein klares Wissensgefälle und auch eine Hierarchie. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Formel „Alt zu Jung“ für einen Wissenstransfer hat im Zeitalter des lebenslangen Lernens an Bedeutung verloren. Das Wissen ist weiter diversifiziert, und heutzutage können auch Ältere von Jüngeren lernen. Beispielhaft sei hier der Umgang mit Social Media genannt. Darauf geht das Mentoring-Tool des DFK ein und erlaubt, voneinander zu lernen – unabhängig von Alter und Position. So können z. B. Mentoren lehren und lernen zugleich. Der „Gewinn“ für beide Seiten erhöht sich.

„Two-way street that benefits both“

Zielgruppe sind dabei also nicht nur die „Young Leaders“. Auch und gerade die ältere Generation ist aufgefordert, sich und ihre Expertise zur Verfügung zu stellen. Und vielleicht selbst vom Wissen Anderer im Austausch aktiv zu profitieren. Der DFK ermutigt den Transfer von „erfahren“ zu „weniger erfahren“, unabhängig vom Alter. In diesem Sinne laden wir alle Mitglieder ein, die Plattform selbst zu entdecken. Aber: Mitglied muss man natürlich sein. In diesem Kontext sei noch einmal auf die kostenlose studentische Mitgliedschaft und die vergünstigten Konditionen für Berufseinsteiger bei der Mitgliedschaft verwiesen.

Was kann das Tool?

Mitglieder können in rund fünf Minuten unter der Rubrik „Meine Karriere“ des geschützten Mitgliederbereiches der Website ein persönliches Nutzerprofil anlegen. Dann sind sie Teilnehmer des Programms und können Mentor sein oder einen Mentor suchen.

Gerade für Mentees stellen sich da einige Fragen: Wen will ich? Was suche ich? Oder: Darf der Mentor auch im Ruhestand sein? Das mag möglicherweise etwas über das „Up-to-date-Sein“ des Mentors aussagen, wenn man aber die zeitliche Eingebundenheit einer Führungskraft bedenkt, ist ein Pensionär für den persönlichen Kontext vielleicht die deutlich bessere Wahl. Und nicht jeder, der nicht mehr täglich zur Arbeit geht, ist wirklich aus dem Berufsleben ausgeschieden, weil er oder sie vielleicht als Berater oder dergleichen tätig ist. In diesem Sinne sollten gerade „neue“ Mentees und Mitglieder überlegen, ob der persönliche Kontakt und die Ansprache auch älterer Mitglieder nicht die bessere Idee ist. Mitmachen und Ausprobieren ist hier das Motto.

Vorteil lebenslanges Lernen

Die Erweiterung des persönlichen Profils um die Kategorie „Ich würde gerne in diesem ­Bereich neue Erkenntnisse sammeln/mich mit Anderen austauschen“ eröffnet auch dem Mentor die Option, sich in (unbekannten) ­Bereichen fremde Expertise einzuholen oder vom Wissen Anderer zu profitieren. Im Idealfall kann sich so ein „echter“ Austausch zwischen Mentor und Mentee ergeben. Gerade Letztere können auf diese Weise direkt „etwas zurückgeben“. In diesem kooperativ konzipierten Mentoring wollen wir gezielt Berührungsängste reduzieren und es allen Beteiligten leichter machen, aufeinander zuzugehen. Nun können auch Mentoren andere Mentoren suchen. Oder anders gesagt: Unabhängig von Mentor oder Mentee besteht die Möglichkeit, auf Expertise zuzugreifen. Das ist die Idee des modernen Cross-Mentorings, in der beide Parteien von der Zusammenarbeit profitieren.

Suchen und Finden

Nach dem Erstellen des Profils kann die ­Suche losgehen. Ein Matching mit Relevanz engt die Zahl der Treffer ein. Dabei wird dem Teilnehmer bzw. Suchenden eine prozen­tuale Übereinstimmung mit einem Mentor/Mentee angezeigt und eine Empfehlungs­liste ausgeworfen. Die Liste aktualisiert sich in Echtzeit mit jeder neuen Auswahl.

Scheint der Mentor/Mentee passend, kann man eine Anfrage senden, um (nach Freigabe des Gegenübers) die persönlichen Kontaktdaten zu erhalten und die ersten Schritte für eine mögliche Tandembildung vorzunehmen.

Formelle Verbindung

Verläuft der Kontakt erfolgreich, so dass beide Parteien in eine Mentoringverbindung einwilligen, kann der nächste Schritt erfolgen. Mit ­einer Mentoringvereinbarung erfolgt eine (mehr oder minder) formale Vereinbarung über den Beginn des Mentorings. Dies klingt bürokratischer, als es in Wirklichkeit ist. Ziel ist, beiden Partnern die Entscheidung und die vereinbarten Rahmenbedingungen vor Augen zu führen. Hierzu einfach unter dem Unterpunkt „Mentoringvereinbarung“ eine vorbereitete Vereinbarung als Download erhalten, die natürlich verändert bzw. angepasst werden kann. Dies ist dringend empfohlen!

Sinn und Zweck dieser Vereinbarung ist es vor allem, die zukünftige Zusammenarbeit grob zu planen bzw. zu strukturieren und gegenseitige Erwartungen zu kommunizieren. Ebenfalls inkludiert ist eine Vertraulichkeitsklausel, die beide Parteien dazu verpflichtet, Interna und andere vertrauliche Informationen sorgsam und diskret zu behandeln. Die Gültigkeit dieser Verpflichtung erlischt nicht mit der Beendigung des Mentoring-Programms, sondern besteht weiter.

Weitere Hilfen

Flankierend dazu hat der DFK ein Mentoringhandbuch entwickelt, in dem weitere Infos und interessante Aspekte rund um das Thema Mentoring zusammengetragen sind. Dies geht auch inhaltlich auf Vorteile des Mentorings ein und versucht, bestmöglich vorzubereiten, damit das Inein­anderwirken im Mentoring erfolgreich gelingt. Das Handbuch kann auch ein erster Schritt vor der Suche sein, um Klarheit zu schaffen. Zentrale Fragen hierbei sind vor allem: Wie gestalte ich ein Mentoring?
Wie verhalte ich mich als Mentor/Mentee effektiv? Diese und ähnliche Hilfestellungen sollten den Prozess einfach gestalten, um eine reibungslose Teilnahme zu ermöglichen. Letztendlich entscheiden über den Erfolg des Mentorings aber die beteiligten Personen. Eine solche Vereinbarung muss „gelebt“ werden, wenn dabei für beide Seiten ein Vorteil und Freude entstehen sollen. Es geht nicht, ohne selbst aktiv zu werden! Und: Man muss etwas Geduld ­mitbringen. Es klappt – wie so oft im Leben – nicht alles gleich im ersten Versuch. So wird sich auch nicht gleich der passende Mentor oder Mentee finden. Also ausprobieren.

Die Nutzung des Tools ist kostenlos. Auch bekommen Teilnehmer weder Geld, noch müssen Sie welches zahlen. Dies sollten alle Teilnehmer wissen und beherzigen. Für Anregungen und Kritik ist der DFK weiterhin offen (krueger@die-fuehrungskraefte.de), da das Tool natürlich optimiert und weiterentwickelt werden muss. Probieren Sie es aus!

Kickstart – Was ist Mentoring?

Charakteristika eines Mentorings

  • Es ist frei von Hierarchien und Machtstrukturen.
  • Direkte und persönliche Kommunikation ist wichtig.
  • Vertrauen auf den Anderen und diskreter Umgang mit seinen Informationen.
  • Experimentierfreudigkeit und Offenheit sind Voraussetzung.
  • Initiative und Ausdauer sind Grundattribute.

Schritt 1 – Das Matching

  • Haben Sie jemand Interessanten gefunden, müssen Sie sich ausreichend Zeit nehmen, um sich mit Ihrem potenziellen Partner auseinanderzusetzen.
  • Schaffen Sie eine solide Kommunikationsbasis mit entsprechendem Setting.
  • Tauschen Sie sich in Bezug auf persönliche Ziele und Erwartungen aus.
  • Erstellen Sie eine Selbstanalyse (Wer bin ich? Was kann ich?) und artikulieren Sie Karrierewege, berufliche Vernetzung und private Verpflichtungen.
  • Erstellen Sie eine Wunschliste (Was will ich? Wohin will ich?).

Schritt 2 – Die Mentoring-Vereinbarung

Stimmt die Chemie?

Dann setzen Sie eine Mentoring-Vereinbarung auf, um dem Ganzen einen offiziellen Charakter zu verleihen. Wie eine solche Vereinbarung aussehen kann, entnehmen Sie dem Mentoringhandbuch.

Schritt 3 – Die Planung

1. Der Ist-Zustand

  • Evaluieren Sie gemeinsam Ihre Kompetenzen und Skills.
  • Überlegen Sie gemeinsam, welches Budget, welches Setting und welche Arbeitsmittel Ihnen zur Verfügung stehen.

2. Der Soll-Zustand

  • Definieren Sie so präzise wie möglich Ziele und Zwischenziele.
  • Definieren Sie eine Zeitachse und Meilensteine.
  • Überlegen Sie, welche Mittel und Ressourcen geeignet sind und aufgewendet werden müssen für die Umsetzung.

3. Die Konzeption

  • Halten Sie inhaltliche, zeitliche und sonstige Rahmenbedingungen schriftlich fest.
  • Untersuchen Sie die vereinbarten Ziele darauf, ob sie widersprüchlich sind oder im Einklang mit denen des Partners stehen.
  • Klären Sie Zuständigkeiten. Wer übernimmt die Protokollierung, Vorbereitung, Ort etc.?
  • Überlegen Sie, wie Sie die Ressource Zeit am effizientesten nutzen.
  • Stellen Sie fest, wie, wann, wo und wie lange Ihre Treffen statt­finden. (Wir empfehlen eine 2- bis maximal 3- stündige Sitzung.)
  • Sollten keine persönlichen Treffen möglich sein, empfehlen wir ­Telefonkonferenzen und Videotelefonien.

Schritt 4 – Die Zusammenarbeit – Das Mentoring kann beginnen

Hier wird konkret an den vereinbarten Zielen bzw. Zwischenzielen gearbeitet. Ob es nun um das Entwickeln und Trainieren von neuen Ansätzen und Führungstechniken, den Austausch von positions­bezogenen Informationen (Branchenkenntnisse, Arbeit als Führungskraft etc.), Networking und Mangel an Vitamin B oder die Work-Life-Balance geht. Hier sollen Sie alle Problemherde thematisieren.

Die Vor- und Nachbereitung

Vor und nach jedem Treffen sollten folgende Punkte abgearbeitet werden:

  • Erwartungen und Ziele für das Treffen dokumentieren. Zentrale Fragen sind in diesem Kontext: Wie gehe ich in dieses Treffen? Was will ich unbedingt ansprechen?
  • Legen Sie ein Lerntagebuch an, in dem Sie Anregungen, Ratschläge und Lernprozesse verschriftlichen, um sich diese jederzeit verfügbar machen zu können.
  • Reflektieren Sie sich und Ihre Arbeit im Tandem nach jeder Sitzung. Zentrale Fragestellungen wären hier, was Sie beim nächsten Treffen verbessern müssen bzw. wo Sie sich schon verbessert haben.
  • Geben Sie Hausaufgaben, um Fehlerquellen zu beseitigen und die Zeit der Treffen besser nutzen zu können.
  • Geben Sie zum Ende einer jeden Sitzung oder eines jeden Teilprozesses (z. B. Erreichung eines Zwischenziels) ein konstruktives Feedback. Daraus gehen Handlungsempfehlungen hervor.

Der Lernprozess

Das Programm sollte ausreichend Möglichkeit geben, um zu trainieren und zu reflektieren. Das Mentoring schafft einen beschützten Raum, in dem es möglich wird, „Sparring“ zu betreiben. Neue Techniken und Ansätze können ausprobiert bzw. feinjustiert werden, ohne Repressalien oder dergleichen befürchten zu müssen. Fehler sind hier erlaubt. Ein ausbalancierter Mix aus Fordern und Fördern, Ausprobieren und Etablieren führt zu einem effektiven Lernprozess.

Verhalten im Tandem – Zum besseren Verständnis Ihrer Position

Was ist ein Mentee?Was ist ein Mentee nicht?
SparringspartnerGefolgschaft
ImpulsgeberPotenzielle Kopie
WissensträgerCoach
NetzwerkerSohn/Tochter
Motivierter SchülerVollkommen unwissend/unspezialisiert
Was ist ein Mentor?Was ist ein Mentor nicht?
(Karriere-)BeraterVorgesetzter oder Höhergestellter
SparringspartnerAnführer
PartnerAllwissend und fehlerfrei
MutmacherKummerkasten
NetzwerkerRetter
VorbildVater/Mutter


Bildquelle: © nenovbrothers / Fotolia

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