DiverseCity: Ganzheitliches ­Diversity Management. Vor Ort. Schwerpunkt Diversity & Inklusion

Matthias Weber, stellvertretender Vorsitzender des Völkinger Kreises

von Matthias Weber

Viele Arbeitgeber sehen sich vor einer Herausforderung. Zwischen Schwerbehindertenquote, Frauenbeauftragten und Altersteilzeitbetriebsvereinbarungen soll noch Platz für eine ganzheitliche, personalstrategische Zauberformel sein, die sich Diversity Management nennt und alle, ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, gleichermaßen zufrieden und erfolgreich macht. Vor dieser Herausforderung sehen sich auch öffentliche Arbeitgeber, im Wesentlichen Kommunen. Einen Lösungsvorschlag kennt der Völklinger Kreis e. V. (VK).

Sosehr die oben beschriebenen gesetzlichen Regelungen und entsprechenden Beauftragten die betroffenen Mitarbeiter schützen und fördern, so sehr handelt es sich um defizit-orientierte und eng begrenzte Felder. Die Chancen, durch eine Einstellungsveränderung bei Führungskräften und Mitarbeiterinnen der Organisation den Fokus auf die Potenziale zu legen, die durch wertschätzenden Umgang mit Vielfalt am Arbeitsplatz entstehen, vergehen ungenutzt.

Veränderung als Belastung

Ganz ähnlich verhält es sich bei typischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Oft ohne spezialisierte Personalabteilung und -strategie, werden Veränderungen als Belastung betrachtet und nur in dem Umfang zugelassen, der unvermeidbar scheint. So drängt der drohende Fachkräftemangel zur Umsetzung einzelner Projekte, z. B. zur Integration von Migranten oder zur Ausbildung von Frauen in technischen Berufen. Allein der Name „ganzheitliches Diversity Management“ hingegen scheint eine unüberschaubar große Aufgabe. Gerade bei KMU herrscht zudem gelegentlich das Missverständnis, dass man mit dem Beginn einer Veränderung sein bisheriges Handeln als falsch disqualifiziert.

Die großen, vor allem internationalen Unternehmen haben bereits seit Jahren erkannt, dass eine personalstrategische Verankerung von ganzheitlichem Diversity Management enorme Vorteile gegenüber der defizitorientierten Antidiskriminierungspolitik darstellt. An die Stelle der Förderung von einzelnen benachteiligten Gruppen (Frauen, Migranten, Behinderte) ist die Wertschätzung für Vielfalt getreten. Dieser Schritt ist weder trivial noch einfach. Vor allem bedarf er des vollen Commitments der Unternehmens- bzw. Verwaltungsspitze und des Mutes, Bisheriges neu zu überdenken.

Neues Konzept: DiverseCity

Der Berufsverband Völklinger Kreis hat unter diesen Voraussetzungen ein Konzept entwickelt, mit dem sich diese Herausforderung besser meistern lässt: DiverseCity. Ursprünglich an Kommunen und Wirtschaftsverbände als Mitveranstalter gerichtet, hat der Verband das Format jetzt auch für Einzelunternehmen geöffnet.

Ein weiterer Vorteil: der Gestaltungsspielraum für die eigene strategische Umsetzung personalpolitischer Schwerpunkte kann sich nur oberhalb der gesetzlichen und gesellschaftlichen Mindeststandards entwickeln. Durch die proaktive Erweiterung der personalstrategischen Toolbox entsteht die Möglichkeit, sich gegenüber anderen Unternehmern zu profilieren – nicht nur als Arbeitgeber (Stichwort employer branding), auch als innovatives Unternehmen in der Region, als zukunftsfähige Organisation mit gelebter Verantwortung (Stichwort CSR).

DiverseCity ist ein etabliertes Format, mit dem bereits viele Kommunen und Unternehmen in Deutschland ihre Mitarbeiterinnen geschult haben. Mit einer gut strukturierten Mischung aus Podiumsdiskussion, Keynote und Workshop werden die Teilnehmer über Grundlagen des Diversity Managements informiert und können sich über die konkrete praktische Umsetzung in ähnlicher Umgebung austauschen. Der Völklinger Kreis kämpft als Berufsverband seit über 25 Jahren für ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld, eben nicht nur für schwule Führungskräfte. Durch die Erfahrung der Mitglieder und die Studie „Diversity Management in Deutschland“, die zuletzt 2015 veröffentlicht wurde, weiß der Führungskräfteverband, wie bisherige Programme und Beauftragte, unabhängig von der Organisationsform und Größe, in ein Gesamtkonzept eingebunden werden können.

DiverseCity findet 2017 in Essen, Dortmund, Koblenz, Oldenburg statt und gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Termine und Orte finden Sie unter www.diversecity.de.

Der Völklinger Kreis steht gerne als Ansprechpartner für interessierte Wirtschaftsunternehmen, Kommunen und Verbände für eine individualisierte DiverseCity-Veranstaltung zur Verfügung.

Kontakt: www.vk-online.de

Matthias Weber ist stv. Vorsitzender des Völklinger Kreises e. V., des Berufsverbandes schwuler Führungskräfte und Selbstständiger. Der Verband wurde 1991 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Matthias Weber ist Bankkaufmann und Fachwirt für Finanzberatung, ergänzend hat er Arbeits- und Organisationspsychologie studiert. Er ist Regionaldirektor einer deutschen Privatkundenbank in Düsseldorf.


Bildquelle: © DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK

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