Frauen werden vielfach diskriminiert auch in Deutschland

Am 8. März 2017 war Weltfrauentag. Dieser Tag hat eine über 100-jährige Geschichte.

Entstanden ist er als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um Gleichberechtigung, Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Hinsichtlich des Wahlrechts für Frauen war die Initiative aus deutscher Sicht schnell sehr erfolgreich: Das Wahlrecht für Frauen gibt es nun bald seit 100 Jahren.

Ganz anders sieht es oft im Berufsleben aus. Noch immer kommt es hier zu geschlechtsspezifischen Diskriminierungen. Das ergibt sich aus einer Umfrage des Berufsverbandes DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK unter 913 Mana­gerinnen und Managern.

60,3 % der befragten Frauen gaben an, während ihrer beruflichen Tätigkeit bzw. auf ihrem Karriereweg schon einmal wegen ihres Geschlechtes diskriminiert worden zu sein.

Die Zahl ist erschreckend hoch. Schaut man sich die Altersgruppenverteilung an, ergibt sich fast noch ein erschreckenderes Bild. Denn bereits bei der Gruppe der jungen ­Frauen bis 30 Jahre geben immerhin 40 % an, dass sie eine Diskriminierung schon selber erlebt haben.

„Eine positive Entwicklung in dem Bereich Geschlechterdiskriminierung sieht anders aus“, so Dr. Heike Kroll, Leiterin des Frauen­netzwerkes des Berufsverbandes DFK. „Offensichtlich erleben junge Frauen immer noch im Berufsleben eine Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechtes.“

Mit steigendem Alter und damit regelmäßig längerer Berufstätigkeit steigt der Anteil der Frauen, die schon einmal aufgrund ihres Geschlechtes diskriminiert wurden, deutlich an.

Bei den befragten Männern waren es immerhin 12,9 %, die einräumten, schon einmal beobachtet zu haben, dass Frauen während ihrer beruflichen Tätigkeit/auf ihrem Karriereweg aufgrund ihres Geschlechtes diskriminiert wurden.

Auffallend ist, dass jeder fünfte Mann in der Altersgruppe 31–40 zugab, schon einmal eine Diskriminierung von Frauen beobachtet zu haben. Damit lag die Beobachtungsquote bei den jüngeren Männern deutlich höher als bei den älteren.

Woran das liegt, kann man nur spekulieren: ­Einerseits mag das darauf hindeuten, dass jüngere Manager für das Thema der Geschlech­terdiskriminierung stärker sensibilisiert sind. Andererseits kann der Unterschied aber auch schlicht damit zusammenhängen, dass die älteren Männer in ihrem Berufsleben deutlich weniger ­Frauen in Fach- und Führungsfunktionen erlebt ­haben.

Über die Studie

518 der befragten Teilnehmer waren männlich, 395 weiblich. Über 70 % waren im Alter von 41 bis 60 Jahren und konnten somit auf eine langjährige Berufserfahrung zurückgreifen. 12,2 % waren zudem Mitglied in Sprecherausschüssen der Leitenden Angestellten.


Bildquellen: © DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK

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