Orientierung für Geschäftsführer-Vergütung Wie die Suche nach dem Stein der Weisen

Dr. Ulrich Goldschmidt
Vorstandsvorsitzender

Gibt es für die Festlegung von Führungs­kräftegehältern in den meisten Unternehmen Regeln über Grading-Verfahren, Funktionsbewertungen und Gehaltsbänder, gleicht die Ermittlung eines angemessenen Geschäftsführergehalts oft immer noch der ­Suche nach dem Stein der Weisen. Oft fehlt es an Orientierung. Hilfe kommt von einer Seite, von der man das nicht ohne Weiteres erwartet hätte. Aber tatsächlich schauen heute immer öfter die Gesellschafter in eine Anleitung für die Finanzverwaltung: die sog. Karlsruher Tabellen.

In diesen Tabellen hat die Oberfinanzdirektion Karlsruhe erstmals im Jahr 2001 festgelegt, welche Gehälter sie für Geschäftsführer, die zugleich Gesellschafter ihres Unternehmens sind, für angemessen hält, so dass keine verdeckte Gewinnausschüttung bei der Gehaltszahlung angenommen wird. Unter Vergütung wird dabei die Gesamtausstattung verstanden, also das Festgehalt plus Bonuszahlungen und aller sonstigen geldwerten Vorteile und Benefits.

Sollte diese Tabelle zunächst nur für Rechtssicherheit im Besteuerungsverfahren sorgen, nutzen nun vermehrt Gesellschafter diese Tabelle dazu, auch die Gehälter ihrer Fremd-Geschäftsführer daran auszurichten. Die letzte Aktualisierung erfuhr die Karlsruher Tabelle im Jahr 2009. Es ist anerkannt, dass ab 2010 für jedes Jahr die dort angegebene Vergütung um 3 % für jedes Jahr nach oben angepasst werden darf.

Ergänzend können und sollten aber auch weitere Erkenntnisquellen herangezogen werden. Auch DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK untersuchen in jedem Jahr die Gehälter nicht nur der angestellten Fach- und Führungskräfte, sondern auch der Unternehmensleitungen, also von Vorständen und Geschäftsführern.

In der DFK-Studie zeigt sich, dass die Ausrichtung nach der Mitarbeiterzahl eine erste Orientierung geben kann. In größeren Gesellschaften werden grundsätzlich höhere Gehälter gezahlt als in kleineren. Beim genaueren Hinschauen ergeben sich aber deutliche Unterschiede, die teilweise schon auf die Branchenzugehörigkeit zurückzuführen sind. Darüber hinaus kommt es entscheidend darauf an, wie erfolgreich das Unternehmen am Markt ist. So kann es dazu kommen, dass in kleineren Unternehmen durchaus höhere Gesamtjahresvergütungen an die Unternehmensleitungen ausgeschüttet werden, als dies in Unternehmen der Fall ist, die doppelt so groß sind.

Einige Auszüge aus der DFK-Untersuchung haben wir auf dieser Seite abgedruckt. Die kompletten Ergebnisse finden Sie auf der Homepage des Verbandes oder können in der Geschäftsstelle angefordert werden.


Bildquelle 2: © OFD Karlsruhe vom 3.4.2009 S 274.2/84-St 221
Bildquelle 1, 3 - 4: © DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK

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