Übergangsfrist ausgelaufen! Freistellungsaufträge ohne Steuer-ID:

Freistellungsaufträge müssen mit persönlicher Steuer-Identifikations-Nummer (Steuer ID) verknüpft sein

Ein Freistellungsauftrag verhindert, dass die Banken Steuern auf Zinsen abziehen, wenn die Zinsen aufgrund des Steuerfreibetrags noch gar nicht besteuert werden müssten, denn mit einem Freistellungsauftrag dürfen bei Alleinstehenden erst auf Erträge ab 801?€ im Jahr und bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern ab 1.602 € Steuern erhoben werden. Damit Vermögens­einkommen bis zu diesen sogenannten „Sparerpauschbeträgen“ auch weiterhin freigestellt bleiben und dies so umgesetzt wird, müssen nun alle alten wie auch neue Freistellungsaufträge mit der persönlichen Steuer-Identifikations-Nummer (Steuer-ID) verknüpft sein. Ansonsten werden ältere Frei­stellungsaufträge ge­löscht und damit ungültig. Der Vorteil aus den vorgenannten Sparerpauschbeträgen ist erst einmal weg, weil Geldinstitute dann schon ab dem ersten Euro an Zinsen auto­matisch 25?% Abgeltungsteuer zuzüglich 5,5?% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer an das Finanzamt abführen.

Eigentlich hatten Bankkunden schon seit 2011 die Pflicht, ihre Steuer-ID für laufende Freistellungsaufträge anzugeben.  Ein Übergangszeitraum ist Ende des vergangenen Jahres ausgelaufen. Wer einen Altauftrag hat, insbesondere aus der Zeit vor 2011, sollte kurz bei seiner Bank oder beim Finanz­institut nachfragen, ob die ID-Nummer dort bekannt ist. Ein komplett neuer Freistellungsauftrag ist dann nicht nötig. Ist das nicht der Fall, kann die Ziffernfolge schnell schriftlich nachgereicht werden. Verheiratete und eingetragene Lebensgemeinschaften müssen ihre persönliche Steuer- ID für beide Partner angeben.

Verbraucher mit mehreren Bankverbindungen und Depots sollten die Gelegenheit nutzen, die Aufteilung ihrer Pauschbeträge grundsätzlich mal wieder zu überprüfen, um festzustellen, ob die Höhe der Freistellungsaufträge noch dem aktuellen Anlagebetrag entspricht. Es könnte ja aktuell bei der einen Bank ein zu hoher Betrag und bei der anderen ein viel zu geringer Betrag freigestellt sein?!

Wer das Nachreichen der Steuer-ID nicht mehr rechtzeitig schafft, muss die Abzüge bei den Kapitalerträgen erst einmal hinnehmen, kann sich aber über die Anlage KAP bei der Einkommensteuererklärung zu viel gezahlte Steuern zurückholen.

 
Die persönliche Steuer-ID gibt es schon seit 2008. Sie besteht aus elf Ziffern und bleibt ein Leben lang bestehen. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) teilt die Nummernfolge jedem Bürger mit einem Schreiben mit. Angestellte, die den Brief in ihren Unterlagen nicht mehr finden, können ihre ID von der Lohnabrechnung ablesen. Sie findet sich auch auf dem letzten Steuerbescheid. Man kann sich die Ziffernfolge aber auch neu zuschicken lassen. Das BZSt. hilft weiter unter www.bzst.de oder unter der Hotline 0228/4061240.


Bildquelle: Fotolia, © dessauer

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