Arbeiten im Alter soll attraktiver werden Erfolg des DFK: Anliegen endlich aufgegriffen

Höhere Hinzuverdienste sollen künftig Übergang in eine vorzeitige Rente erleichtern.

Rechtzeitig zur Halbzeit der Legislaturperiode hat die Regierungskoalition nun doch noch ein Konzept für flexible Übergänge in den Ruhestand auf den Weg gebracht und damit einem Anliegen des Verbandes DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK aufgegriffen, das von ihm seit Langem – über den Arbeitskreis Soziale Sicherung – zur Aufhebung der starren Hinzuverdienstgrenzen bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente verfolgt wird.

Nach dem aktuellen Koalitionsvorhaben soll die Möglichkeit eines längeren Arbeitens ebenso wie Beschäftigungen vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Kombination von Beschäftigung mit reduzierter Stundenzahl und Bezug einer Teilrente erleichtert werden. Dazu soll die derzeitige Rechtsfolge entfallen, nach der ein monatlicher Hinzuverdienst oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze von derzeit 450 Euro zum teilweisen Ruhen einer vorzeitigen Altersrente in Höhe von mindestens einem Drittel führt. Es soll durch ein flexibles Anrechnungssystem ersetzt werden, nach dem Betroffenen von jedem Euro, der von ihnen über 450 Euro hinaus verdient wird, lediglich 0,60 Euro bleiben sollen. Aus Sicht des DFK zu kritisieren ist, dass es nach dem Willen der Koalitionspartner auch in Zukunft kein Nebeneinander von vorzeitiger Rente und Hinzuverdienst geben wird, weil stets ein Teil des Lohns auf die Rente bei dem Rentenbezug des Folgejahres angerechnet werden und sogar weiterhin zu einem vollständigen Ruhen der Rente führen kann, wenn ein Hinzuverdienst in Höhe des bisherigen (Brutto-) Einkommens erzielt wird.

Zu begrüßen ist dagegen, dass künftig Abschläge durch früheren Rentenbezug verringert oder vermieden werden können, wenn freiwillig mehr in die Rentenkasse eingezahlt werden kann, und dass dies künftig bereits im Alter von 50 Jahren beginnen kann. Bisher waren zusätzliche Zahlungen erst ab 55 Jahren möglich. Darüber hinaus soll auch das Arbeiten nach Erreichen der Regelaltersgrenze durch Erleichterungen bei den Sozialbeiträgen dadurch attraktiver gemacht werden, dass auch Arbeitnehmer weiter Beiträge einzahlen können und so bei einem späteren Rentenbeginn neben einem versicherungsmathematischen Zuschlag auch noch zusätzliche Entgeltpunkte für ihr Versicherungskonto bei der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben können.

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