Kein Kommentar – Kein Vertrauen

Unter dem Titel „Warum in der Krise Reden und nicht Schweigen Gold ist?“ ging am 24. April 2013 die RG in der Bankenstadt Frankfurt am Main der Frage nach, wie ein Unternehmen einen Weg durch eine Krisensituation finden kann.

DFK-Anwältin Sabine Felde (l.) mit der Referentin Katharina Becker

Die Referentin Katharina Becker ist Dipl.-Kffr., Krisen- und Katastrophenmanagerin, MBA und lehrt an der privaten Hochschule accadis in Bad Homburg Journalismus. Als Journalistin für internationale Nachrichtenagenturen berichtete sie unter anderem über den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, die Volkswagen-Affäre um „lustreisende“ Betriebsräte und den Tsunami in Südostasien. Im Jahre 2008 gründete sie zusammen mit Partnern in Österreich und Deutschland die auf Krisen- und Katastrophenmanagement spezialisierte Beratungsfirma „katmakon“.

Becker zeigte im Laufe des Referats anhand praktischer Fälle auf, wie erfolgreich oder auch erfolglos die Unternehmen in der Vergangenheit mit Krisen umgegangen sind. Sie analysierte dabei das Verhalten einiger Unternehmen, indem sie schrittweise einzelne Stationen darstellte. Als Teilnehmer konnte man gut erkennen, von welcher Wichtigkeit die richtige Taktik ist. Im günstigsten Fall können Unternehmen eine Krise sogar für sich selbst nutzen.

Jedes Unternehmen braucht einen Notfallplan. Das bedeutet zum einen, dass ein Stab für das Krisenmanagement gebildet werden muss, und zum anderen ausreichende Ressourcen für den Risikofall zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang kommt es regelmäßig zu einer Kommunikation zwischen der betroffenen Firma und der Öffentlichkeit. Dies bezeichnet man als Krisenkommunikation. Das Unternehmen steht nun vor der wichtigen Frage „Reden oder Schweigen?“. Es gibt Krisen, deren Auslöser dem Unternehmen noch nicht bekannt ist. Hier muss es zunächst selbst recherchieren, bevor es Aussagen treffen kann. Ein Geheimrezept für alle nur denkbaren Krisen gibt es nicht. Es gibt Grundregeln, die immer zur Anwendung kommen, aber im Übrigen variiert es von Fall zu Fall. Eine Grundregel ist die Ehrlichkeit des Umgangs mit einer Krise. Dadurch kann Mutmaßungen oder Vorverurteilungen durch die Presse entgegengewirkt werden. Die Unternehmen müssen in einer Krisenkommunikation auch bedenken, wie sich das Unternehmen in der Öffentlichkeit präsentiert, wofür es steht und welche Auswirkungen die Krise unter Umständen auf den Markt hat. Dazu gehört auch die Frage, ob die Verantwortlichen mit der Krise offensiv oder defensiv umgehen. Schließlich entscheidet die Öffentlichkeit, wann eine Krise beendet ist.

Katharina Becker lieferte keine typische Vortragsveranstaltung ab, es gab keine eigentliche Referentenzeit mit anschließender Fragerunde. Die Teilnehmer waren vielmehr von Anfang an in den ganzen Vortrag eingebunden, so dass durchgehend eine sehr rege Diskussion stattfinden konnte. Vor der Vortragsveranstaltung und im Anschluss an diese gab es für alle genügend Zeit, sich bei Speis und Trank in einer gemütlichen Runde persönlich kennenzulernen.

Bildquelle: www.die-fuehrungskraefte.de

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