Besuch des European Space Operations Centre – ESOC in Darmstadt

Am 25. Februar 2014 fand eine Vortrags- und Besichtigungsveranstaltung des ESOC – European Space Operations Centre in Darmstadt statt. Innerhalb kürzester Zeit war diese Veranstaltung, zu der auch die Partner und die Kinder der Mitglieder eingeladen waren, komplett ausgebucht.

Gespannte Zuhörer

ESOC Control Room

Das ESOC (European Space Operations Centre) ist das Satellitenkontrollzentrum der ESA – „Europas Tor zum Weltraum“. Seit 1967 ist es für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten und für das dazu notwendige weltweite Netz der Bodenstationen verantwortlich. Das ESOC hat bislang über 60 Satelliten der ESA operationell betreut, wie Huygens, Mars Express, Rosetta, Envisat, GOCE , Herschel/ Planck etc. Außerdem hat das Zentrum zahlreiche Missionen anderer nationaler und internationaler Organisationen unterstützt (DLR, NASA u.a.m).

Nach der Begrüßung der fast 80 Teilnehmer durch Harald Opitz, Corporate Communication Office ESOC, und Rechtsanwältin Sabine Felde, Leiterin Geschäftsstelle Frankfurt, hielt Dr. Frank Zimmermann, Geschäftsführer des Centrums für Satellitennavigation Hessen (cesah), einen hochinteressanten Fachvortrag zum Thema „Angewandte Forschung und kommerzielle Nutzung“. Als Gründerzentrum unterstützt cesah die technische Entwicklung, Realisierung und Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen der Satellitennavigation. Deswegen betreibt die cesah GmbH im Auftrag der ESA das ESA Business Incubation Centre (BIC) Darmstadt und unterstützt damit junge Unternehmen und Neugründungen bei der technischen Entwicklung, Realisierung und Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen mit Bezug zur Satellitennavigation. Neue, hochentwickelte Lösungen können eine erhebliche wirtschaftliche Wirkung erzielen. cesah betreut mittlerweile 22 Unternehmen, die sich mit Anwendungen der Satellitennavigation für Verkehr und Logistik, Hochwasserschutz und Forstwirtschaft, Kontroll- und Wartungsaufgaben, sicheren mobilen Zahlungssystemen und hochgenauen Positionierungen in der Schifffahrt beschäftigen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Themen zur Nutzung von GPS, European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS) sowie zukünftig insbesondere auch Galileo.

In Deutschland betreibt die ESA zwei von insgesamt sieben Gründerzentren, die junge Unternehmen unterstützen und bei ihrer Ideenumsetzung begleiten. Neben cesah zählt dazu auch das Anwendungszentrum Oberpfaffenhofen (AZO) in Bayern. Die anderen Gründerzentren befinden sich in Italien, den Niederlanden, in England und zwei in Belgien.

Nach dem Fachvortrag fand der Rundgang auf dem Gelände des ESOC statt. Die Teilnehmer sahen den Hauptkontrollraum, das Herz des ESOC , sowie verschiedene Satellitenmodelle. Unter anderem konnten die Teilnehmer den „Bruder“ der Raumsonde Rosetta betrachten. Die zwei Raumsonden sind komplett identisch. Grund für diese doppelte Ausfertigung der Sonden ist die Vorsorge für eine mögliche Fehlermeldung der Raumsonde, die sich im Weltall befindet. Die Experten würden in diesem Falle nach einer Lösung in der Raumsonde suchen, die sich auf dem Boden befindet. Erst wenn eine passende Lösung für das Problem gefunden wird, werden notwendige Vorkehrungen für die Reparatur der Raumsonde im Weltall getroffen. Des Weiteren erhielten die Teilnehmer Informationen zur Herausforderung der Flugdynamik und der Steuerungszentrale des Netzes von Bodenstationen (ESTRACK). Das Bodenstationsnetzwerk des ESA gehört übrigens zum modernsten weltweit. Ein Filmbeitrag zeigte die Aufgaben und Ziele des ESOC. Unter anderem haben die Teilnehmer in dem Filmbeitrag erfahren, dass z.B. die Wetter- oder Telekommunikationssatelliten sich im geostationären Orbit befinden. Das bedeutet, dass diese Satelliten praktisch immer am gleichen Fleck über uns positioniert sind. Die Position in 35.786 km Höhe ist genau berechnet, damit der Satellit immer 24 Stunden für eine Erdumdrehung braucht. Und weil sich die Erde genauso schnell mitdreht, stehen diese Satelliten praktisch immer an derselben Stelle. So muss die Antenne auf dem Dach nicht ständig neu ausgerichtet werden. In dem Filmbeitrag haben die Teilnehmer erfahren, dass das sog. 4. Stockwerk – das ist die Umlaufbahn im Orbit – sehr beliebt ist. Dort haben ca. 500 verschiedene Satelliten ihre Laufbahn.

Aufgrund seiner hochentwickelten Technik und seiner Spezialisten-Teams ist das ESOC in der Lage, gleichzeitig über 15 Satelliten in Routine und weitere Satelliten in der frühen Startphase (LEOP) zu kontrollieren bzw. weltweit renommierte Rettungsaktionen durchzuführen.

Wer Interesse an dem Filmbeitrag hat, findet hier den Link zu dem Trailer, den die Teilnehmer sich gemeinsam angeschaut haben.

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