Führungskräfte zur Energiepolitik

Essener Energiegrundsätze

Mit den "Essener Energiegrundsätzen" hat der Berufsverband "die Führungskräfte" die Eckpunkte eines energiepolitischen Gesamtkonzeptes formuliert. Nach Auf­fassung des Führungskräfteverbandes muss eine belastbare Energiepolitik sicher­stellen, dass Versorgungssicherheit und -qualität ebenso gewährleistet sind wie die Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit von Energieversorgung. Zudem müsse die Energiepolitik als Bestandteil einer volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung wahrgenommen werden. Bernhard von Rothkirch, Vorstandsvorsitzender des Füh­rungskräfteverbandes, fordert dazu die Politik auf, verlässliche Rahmenbedingungen für Versorger und Verbraucher zu schaffen. "In den letzten Jahren hat das Hickhack in der Energiepolitik dazu geführt, dass die Versorgungsunternehmen Investitionen zurückgestellt haben. Deshalb ist heute ein erheblicher Ersatz und Neubaubedarf bei Kraftwerkskapazitäten und Übertragungsnetzen aufgelaufen", so von Rothkirch wei­ter. "Wir können es uns aus ökonomischen und ökologischen Gründen nicht leisten, auf einzelne Energieträger in Deutschland zu verzichten. Wenn wir die anspruchsvollen Klimaschutzziele der Bundesregierung erreichen wollen, brauchen wir dazu alle Energieformen, angefangen von Kohle und Gas bis hin zu den Erneuerbaren und der Kernenergie", betonte Bernhard von Rothkirch bei der Vorstellung des Energiepapiers.

Um die Umweltverträglichkeit der Energieversorgung zu verbessern, fordern "die Führungskräfte", Kraftwerkskapazitäten modernster Art zu entwickeln. Beim Einsatz fossiler Energieträger gebe es ein erhebliches Verbesserungspotenzial zur Steige­rung der Wirkungsgrade, bei der Reduzierung der Schadstoffemissionen und bei der Sicherheitstechnik. Ziel bis zum Jahr 2020 müsse es sein, dass "Null-Emissions-Kraftwerk" mit einer Leistungsgröße von mindestens 300 MW und einem Wirkungsgrad von annähernd 60 % zu erstellen, was bei entsprechender Weiterentwicklung der Kohlevergasung durchaus realisierbar sei. Aber auch die Politik sei gefordert, so z. B. bei der verantwortungsvollen Ausgestaltung des Kyoto-Folgeprozesses u.a. durch die Berücksichtigung aller schädlichen Klimagase. Mit Blick auf den Klimawandel weist von Rothkirch darauf hin, dass es geradezu fahrlässig wäre, auf die CO²-freie Kernenergie zu verzichten. "Wir sollten vielmehr mehrgleisig fahren: an der sicheren deutschen Kernenergie festhalten, alte durch neue CO2-ärmere Kohlekraftwerke ersetzen und den erneuerbaren Energieträgern so die nötige Zeit verschaffen, um die erforderliche Marktreife zu erlangen."

Neben die Umweltverträglichkeit der Energieversorgung müsse auch ihre Wirtschaft­lichkeit und Wettbewerbsfähigkeit treten, erläutert Bernhard von Rothkirch weiter. "Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erfordert eine Energieversorgung zu interna­tional wettbewerbsfähigen Preisen auf der Grundlage international gleicher Spielregeln. Nationale Alleingänge wie z. B. das Abschotten von einzelnen Märkten, darf es nicht mehr geben", findet der Verbandsvorsitzende klare Worte. Auch die Staats­quote von rund 40 % im Energiepreis sei zu reduzieren.

Besonders kritisch sehen die Führungskräfte die Überlegungen zu einer eigentums­rechtlichen Entflechtung von Energieversorgungsunternehmen, das sogenannte Ownership Unbundling. Die verfassungsrechtliche Problematik einer Enteignung der Energieversorger sei nicht zu übersehen. Die Erfahrung zeige zudem, dass Ownership Unbundling nicht automatisch zu niedrigen Strompreisen führe.

Im Rahmen einer volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung müsse Energiepolitik als arbeitsmarktpolitischer Faktor auch sozialverträglich sein. Die Mitarbeiter von Ener­gieversorgungsunternehmen haben, so von Rothkirch, einen Anspruch darauf, von der Politik verlässliche Perspektiven für ihre Branche aufgezeigt zu bekommen. Nur dann könne die Ausbildung von hochqualifizierten Ingenieuren für die Energiewirtschaft gesichert werden.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 17.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Ange­legenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fach­gruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 17.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

 

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