Sicherheit und Qualität gehen vor

Die Regionalgruppe Mitte bei der Besichtigung

Am Abend des 12. September hatte die Regionalgruppe Mitte nun schon zum zweiten Male zum Besuch des Werkes Frankfurt der Continental Teves AG & Co. OHG eingeladen. 30 Mitglieder – z.T. mit Partnern – nahmen die Gelegenheit wahr, diesen interessanten Montagebetrieb für EBS– Elektronische Bremsensysteme – zu besichtigen und zwei Vorträgen zuzuhören.

Zunächst stellte der Personalleiter der gesamten Division Chassis & Safety der Continental AG, Rainer Hetzer, die Historie des Unternehmens und die aktuellen Zahlen und Aktivitäten des Konzerns vor. Im Jahr 2012 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von fast 33 Mrd. € und beschäftigte weltweit ca. 170.000 Mitarbeiter. Ursprünglich hauptsächlich bekannt als Reifenhersteller mit einem Schwerpunkt bei Winterreifen, werden nun ca. 65 % der Umsätze mit technischen Komponenten, Elektronik und softwaregesteuerten Mechatronik-Systemen für die weltweite Automobilindustrie erzielt. Je nach Methode der statistischen Sortierung der Produkte und der Erfassungsmethode liegt das Unternehmen auf einem der fünf vordersten Rangplätze als größter Lieferant der Automobilhersteller weltweit. Hetzer verwies mit großem Stolz auf die Leistungen des Standortes. Neben dem Werk für EBS befindet sich hier auch der zentrale Standort für die Entwicklung und Erprobung von Bremsensystemen – mit fast 4.000 Arbeitsplätzen mitten im Bankenplatz Frankfurt.

Der Betrieb in Frankfurt blickt auf eine eigene, über 100-jährige Tradition zurück und wurde 1906 von Alfred Teves gegründet, der mit seinen Namensinitialen auch das bekannte Markenzeichen ATE bildete. Über viele Stationen mit unterschiedlichsten Produkten ist der Betrieb heute weltweites Leitwerk für die komplexe Montage von ESP und ABS-Systemen mit einem Produktionsvolumen von über sieben Millionen Stück jährlich geworden. Die Fertigung ist mit einem Grad von 99 % hochautomatisiert – Fertigungsmitarbeiter gibt es nur noch am Bandende. Alle anderen Mitarbeiter sind Linienführer oder Instandhalter und greifen nicht in den laufenden Produktionsprozess ein, solange es nicht zu Störungen kommt oder auf eine andere Teilenummer umgerüstet werden muss.

Der Qualitätsleiter, Bernd Toepperwien, erläuterte den Besuchern nicht nur anschaulich die technischen Zusammenhänge des Brems-Aggregates, sondern machte auch die nachhaltige Verpflichtung zu bedingungsloser Qualität deutlich. Zum einen kann dem Kunden kein fehlerhaft funktionierendes Sicherheitsteil verkauft werden, von dem im kritischen Regelfall das Leben abhängt, und zum anderen wurde deutlich, dass Fehler extrem teuer werden können, wenn sie zu Austauschaktionen in Fahrzeugen führen. Sein Ziel ist, unter 10 PPM zu bleiben, also maximal zehn fehlerhafte Teile aus einer Million Stück Produktion – vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar – heute aber schon zeitweise deutlich unterschritten.

Beim Rundgang vom Wareneingang bis zum fertigen Container zum Versand an die Kunden wurden viele interessante Details erläutert und viele interessierte Fragen der Besucher beantwortet. Am Ende waren die Besucher beeindruckt von der Fertigung und wohl auch ziemlich  überzeugt, dass sie sich auf ihre elektronische Bremse verlassen können.

Bildquelle: www.die-fuehrungskraefte.de

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