Studie belegt hohe Manager-ArbeitszeitenWeitgehend unverändert und in Teilbereichen sogar gestiegen sind die durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeiten von Führungskräften, die wenig überraschend auch weiterhin deutlich über Tarifniveau liegen.

Weitgehend unverändert und in Teilbereichen sogar gestiegen sind die durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeiten von Führungskräften, die wenig überraschend auch weiterhin deutlich über Tarifniveau liegen. Dies belegt die jüngste Studie des Berufsverbandes "die Führungskräfte" zu den Arbeitszeiten von Führungskräften.

Manager in der 1. und 2. Ebene arbeiten danach durchschnittlich 53 Wochenstunden und in der 3. Ebene 52 Stunden (Grafik). 25 % der befragten Manager liegen mit ihren Arbeitszeiten sogar oberhalb von 55 Wochenstunden. Im Branchen-Vergleich liegen Manager aus Verkehrsunternehmen mit einer Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 55 Stunden an der Spitze, gefolgt von den Führungskräften aus der Versicherungs-branche, der Bauwirtschaft und aus Telekommunikationsunternehmen (jeweils 54 Stunden). Im oberen Quartil ergibt die Studie, dass ein Viertel der Führungskräfte aus der Telekommunikationsbranche immerhin mehr als 60 Stunden in der Woche arbeitet. Bei den Versicherern liegt das obere Quartil bei 59 Stunden und in Verkehrsunternehmen bei 58 Stunden.

Interessante Aussagen gab es bei der Frage, welche Folgerungen für Führungskräfte aus ihren hohen Arbeitszeiten gezogen werden sollen (Grafik). Mehr als 50 % der Teilnehmer an dieser Studie sprechen sich für eine Verkürzung der Lebensarbeitszeit aus. 39 % plädieren für die Einführung von Langzeitkonten, was wohl im Zusammenhang mit dem Wunsch nach einer kürzeren Lebensarbeitszeit zu sehen ist. 35 % wünschen die Gewährung von Ausgleichstagen zur Freizeit nach freier Wahl. Erst auf Platz 4 folgt der Wunsch, einen Ausgleich durch Geld zu erhalten (28 %). Finanzielle Ausgleichs-maßnahmen spielen eher in den Branchen eine Rolle, die bei der Vergütung hinter den anderen Industriebereichen zurückliegen, so z. B. in kommunalen Unternehmen, wo immerhin 43 % der Führungskräfte einen Ausgleich durch Geld wünschen.

17 % sehen die Notwendigkeit organisatorischer Veränderungen im Betrieb, um für Führungskräfte eine Entlastung bei der Arbeitszeit zu erreichen. In einzelnen Branchen ist dieser Anteil aber zum Teil deutlich höher, so z. B. in Stahlunternehmen mit 28 % und in der Mineralölwirtschaft mit 31 %.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 20.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegeheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer- und straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

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