Kündigungsschutz - Führungskräfte widersprechen Arbeitgeberpräsident

Die aktuellen Vorschläge von Dieter Hundt finden bei den Führungskräften keinen Anklang.

Hände weg vom Kündigungsschutz! - Das ist die Botschaft der deutschen Führungskräfte an die Arbeitgeberverbände. Die aktuellen Vorschläge von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, die heute in diversen Zeitungen und Zeitschriften nachzulesen sind, das Kündigungsschutzgesetz erst nach einer Betriebszugehörigkeit von drei Jahren und auch nur in Betrieben ab 20 Mitarbeitern aufwärts anzuwenden, finden bei den Führungskräften keinen Anklang. Bernhard von Rothkirch, Vorsitzender des Berufsverbandes "die Führungskräfte (DFK)" erklärt dazu: "Das Kündigungsschutzgesetz ist kein Kündigungsverhinderungsgesetz, sondern es legt die Spielregeln für Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest, nach denen die Wirksamkeit einer Kündigung zu bestimmen ist. Damit wird willkürlichen und sozial ungerechtfertigten Kündigungen richtigerweise ein Riegel vorgeschoben."

Einer Flexibilisierung des Arbeitsrechts will sich auch Bernhard von Rothkirch nicht grundsätzlich verschließen. Der DFK-Vorsitzende wählt dazu aber einen anderen Ansatz: "Sinnvoll wäre es, die gesetzlichen Vorschriften für die Befristung von Arbeitsverhältnissen zu vereinfachen und transparenter zu gestalten. Schon heute können Arbeitgeber mit befristeten Verträgen orientiert an der Auftragslage Arbeitskräfte beschäftigen. Gerade die Arbeitgeber in kleineren und mittelständisch geprägten Unternehmen sind aber häufig unsicher, welche Möglichkeiten hier bestehen und verzichten lieber ganz auf das Instrument der Befristung, um keine Fehler zu begehen. Schon der Begriff "Teilzeit- und Befristungsgesetz" wirkt für den juristischen Laien doch abschreckend."

Der Führungskräfteverband setzt darauf, dass die neue Regierungskoalition eine Flexibilisierung des deutschen Arbeitsrechts mit Augenmaß angeht und bewährte Instrumente wie das Kündigungsschutzrecht nicht einfach über Bord geworfen werden. Dabei sollte das Know-how derjenigen eingeholt werden, die tagtäglich in den Betrieben und Unternehmen mit diesen Fragen zu tun haben.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 20.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

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