Management in der digitalen (Unternehmens-) Wirklichkeit

Prof. Dr. Markus Langenfurth, Dekan Fachbereich Business & Management an der BSP

Volles Haus in der Villa Siemens

Für die meisten Unternehmen und Führungskräfte ist die Nutzung digitaler Kommunikations- und Führungsinstrumente mittlerweile ebenso unverzichtbar wie selbstverständlich. Gleichwohl sind vielen Führungskräften die Dimension dieser Entwicklung und die Auswirkungen auf das eigene Managementverhalten nicht immer bewusst.

 

Vor diesem Hintergrund hat die Berliner Regionalgruppe gemeinsam mit der „BSP Business School Berlin Potsdam – Hochschule für Management“ in die Villa Siemens geladen. Drei Impulsvorträge fassten das Thema zusammen:

 

Zunächst führte Prof. Dr. Markus Langenfurth, Dekan Fachbereich Business & Management an der BSP, in das Thema ein. Die Arbeitswelt hat sich grundlegend gewandelt. Die Aussage, dass man „zur Arbeit gehe“ passt schon lange nicht mehr. Die Arbeit begleitet uns – wo immer wir sind. Die Frage heute ist: Wann wird mehr Information zuviel? Heute stellt sich kein Zugangsproblem mehr zu Informationen, heute stellt sich das Auswahlproblem. Und es zeigt sich: Der Zugang ist noch nicht Wissen, Sammeln ist noch nicht Denken. Kann man so noch arbeiten? Übersieht man nun das, worauf es ankommt? Gutes Management heißt heute, vor die Aufgaben zu kommen und Komplexität zu reduzieren. Die Aufmerksamkeit ist das knappste Gut geworden. Der Organisationsaufwand wächst so schnell wie die Reaktionszeit. Die Arbeitsorganisation jedenfalls hat noch keine Antwort hierauf gefunden.

 

Prof. Dr. Rainer Zeichhardt, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der BSP, schloss hieran an mit seinem Vortrag „Digitale Kommunikation und Führung – ein Fallbeispiel“. Er gab einen Einblick, wie computervermittelte Kommunikation die Organisationen verändert hat und sie noch verändern wird. Auch der Einfluss auf Führungsmodelle ist immens. Das Problem der inkongruenten Führung stelle sich – und beruhe insbesondere auch auf der Persönlichkeitswirkung, die die Kommunikation hat: Es existieren auch im beruflichen Kontext mittlerweile reale und virtuelle Identitäten.

 

Zuletzt beleuchtete Sebastian Müller, Rechtsanwalt, Leiter der DFK-Geschäftsstelle Berlin, die arbeitsrechtlichen Herausforderungen in der digitalen Arbeitswelt und stellte insbesondere die tags zuvor veröffentlichten Ergebnisse der DFK-Erreichbarkeitsstudie vor. Hierüber haben wir in der letzte Perspektiven-Ausgabe berichtet. Es war ein spannender Abend in der historischen Villa Siemens in Berlin-Steglitz. Zum Schluss war Prof. Dr. Langenfurth so freundlich, die Villa Siemens auch noch einmal allen Teilnehmern persönlich zu zeigen. Bei einem gemeinsamen Imbiss und guten Gespräche klang die Veranstaltung aus.

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