Führungskräfte-Gehaltsstudie 2007

Banken und Energieversorger zahlen am besten

Der Grundsatz, dass Führungskräfte nicht nach ihrer zeitlichen Inanspruchnahme vergütet werden, sondern bei ihnen vielmehr Leistung und Verantwortung honoriert werden sollen, gilt nach wie vor. Pauschalierende und nivellierende Gehaltsfestlegungen verbieten sich daher von selbst und erklären die weite Verbreitung erfolgs- und leistungsorientierter Vergütungssysteme. Die höchsten Gehälter zahlen die großen überregionalen Energieversorger und die Banken. Am Ende der Gehaltstabelle liegen die Telekommunikations- und IT-Branche sowie die kommunalen Versorgungsunternehmen.

Dies sind einige der wesentlichen Aussagen aus der aktuellen Vergütungsstudie, die der Berufsverband "die Führungskräfte" durchgeführt hat. Im Zuge der Studie wurden 4.300 Fragebögen ausgewertet.

Banken und Energieversorger liegen vorn

Bei den Gesamtjahresbezügen liegen die Führungskräfte aus Energieversorgungsunternehmen mit durchschnittlich 165.000 € im Branchenvergleich vorn, gefolgt von den Banken-Führungskräften mit 162.000 € und den Managern aus der Metall- und Elektrobranche mit 160.000 €. So die Zahlen für die erste Führungsebene unterhalb der Unternehmensleitung. Die Chance auf eine noch höhere Vergütung ist allerdings im Bankenbereich geringfügig höher. Statistisch weist das obere Quartil für die Banken 233.000 € und für die Energieversorger sowie die Unternehmen aus der Metall- und Elektrobranche jeweils 225.000 € aus.

In der zweiten Führungsebene liegen die Bank-Manager mit durchschnittlich 161.000 € vor den Energieversorgern mit 151.000 €, gefolgt von den Führungskräften in Versicherungen mit 127.000 €.

Den Spitzenplatz halten die Banken-Manager auch in der dritten Unternehmensebene mit durchschnittlich 137.000 € als Gesamtjahresbezug. Mit deutlichem Abstand folgt hier die Metall- und Elektrobranche mit 115.000 € und die Mineralölwirtschaft mit 108.000 €.

Die niedrigsten Gesamtjahresbezüge wurden in 2006 in Telekommunikationsunternehmen mit 110.000 € gezahlt. Etwas besser sah es in der IT-Branche und bei kommunalen Versorgungsunternehmen mit durchschnittlich 120.000 € in der ersten Ebene aus.

In der zweiten Unternehmensebene liegen die Führungskräfte aus kommunalen Versorgungsunternehmen sowie aus dem Bereich Textil, Bekleidung mit 90.000 € am Tabellenende. Davor liegen mit jeweils 94.000 € die Branchen Medien, Druckerei, Verlag und Telekommunikation.

Auch in der dritten Ebene behalten die kommunalen Versorgungsunternehmen mit 68.000 € die "rote Laterne". Davor platziert ist der Bergbau mit 85.000 €.

Die höchsten durchschnittlichen Festgehälter finden sich in der ersten Unternehmensebene in der Mineralölwirtschaft und im Bankensektor mit jeweils 125.000 €. Ein Bild, das sich auch in der zweiten und dritten Ebene fortsetzt.

Variable Vergütung

Einen wichtigen Anteil an den Gesamtjahresbezügen hat nach wie vor die variable Vergütung. Führungskräfte der ersten Ebene hatten einen maximal erreichbaren variablen Vergütungsanteil von 36.000 €. Tatsächlichen wurden im statistischen Median 26.000 € erreicht. In der zweiten Ebene waren 30.000 € möglich, während die Führungskräfte 23.000 erhielten. In der dritten Ebene betrug der Höchstbetrag 25.000 € und der tatsächliche Bezug betrug 20.000 €. Im Durchschnitt wurden damit rund 73 % der theoretisch erreichbaren variablen Vergütungsanteile tatsächlich ausgezahlt. Damit lagen die variablen Vergütungsanteilen in den Unternehmen, in denen es eine Begrenzung der variablen Bezüge gibt, höher als in den Unternehmen ohne Begrenzung der variablen Bezüge. Hier erreichten nämlich die Führungskräfte in der ersten Ebene 20.000 €, in der zweiten Ebene 14.000 € und in der dritten Ebene 10.000 €.

Bei rund 48 % der Führungskräfte ist die Höhe des variablen Gehaltsanteils im Verhältnis zum Festgehalt begrenzt.

Die entscheidenden Bemessungskriterien für die Berechnung des variablen Gehaltsanteils sind in allen Führungsebenen die persönliche Leistung des Mitarbeiters auf Grund von Zielvereinbarungen sowie der Gewinn des Unternehmens. Dies gilt zumindest in den Unternehmen, in denen es eine Begrenzung des variablen Gehaltsanteils der Höhe nach gibt. Dort, wo es diese Begrenzung nicht gibt, spielen offensichtlich andere Kriterien, die weniger objektiv geprägt sind, eine größere Rolle. Die persönliche Leistung auf Grund von Zielvereinbarungen kommt hier nur zu 40 % zum Tragen.

Ein weiterer Ausbau der leistungsbezogenen Vergütung auch auf Kosten der Festbezüge wird in allen Führungsebenen nach wie vor mehrheitlich abgelehnt. Über 83 % sprechen sich dagegen aus.

Gehaltsanhebungen auch in 2006 moderat

Die starke Zurückhaltung der Unternehmen bei den Gehaltsanpassungen für Führungskräfte wird langsam aufgegeben. Gleichwohl blieben die Gehaltsanhebungen auch 2006 eher moderat. Unter Einbeziehung aller Führungskräfte in den ersten drei Unternehmensebenen betrug die Gehaltsveränderung im Median wie im Vorjahr exakt 2 %. Im Branchenmix lag der Medianwert mit 1,9 % gegenüber 1,7 % im Vorjahr geringfügig höher. Die höchsten Gehaltssteigerungen waren erneut in der Mineralölwirtschaft mit 4 % zu verzeichnen. Dagegen weist der Median für die Bauwirtschaft und für die Dienstleistungsbranche eine Null-Linie auf. Erfreulicher sieht es schon bei einem Blick auf das obere Quartil aus. Hier machen die Gehaltsanhebungen über alle Branchen hinweg 2,5 % aus. Das heißt, immerhin 25 % der Führungskräfte hatten im Jahre 2006 eine höhere Gehaltsanhebung als 2,5 %.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 17.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

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