Russische Rhetorik zur Ukrainekrise schonungslos entlarvt

Völkerrechtler Prof. Dr. Kreß zu Gast bei DFK-Regionalgruppe Köln

Das Ambiente des Museums für angewandte Kunst (MAK) in Köln mit der Gelegenheit, vor dem Vortrag an einer Führung teilzunehmen und das anschließende get together bildeten den Rahmen für einen fesselnden Vortrag zum brandaktuellen Thema Ukraine.

Unter dem Titel „Die Krise in der Ukraine und das Völkerrecht“ setzte sich Prof. Dr. Claus Kreß, Inhaber des Lehrstuhls für internationales Strafrecht und Völkerrecht sowie Direktor des  „Institute for International Peace and Security Law“ an der Universität Köln mit der aktuellen Medienkampagne des Kremls auseinander. Mit rhetorischer Brillanz und auch für Nicht-Juristen verständlichen Ableitungen legte er auf prägnante Weise dar, daß die von Putin in seiner Rede vorgebrachten Argumentationslinien für die Einmischung insbesondere auf der Krim in sich selbst widersprüchlich sind bzw. durch den aktuellen Stand des Völkerrechts nicht abgedeckt werden. So legitimiert Präsident Putin in seiner heroisch-historischen Rede vom 18. März vor den höchsten Repräsentanten der russischen Föderation die Präsenz russischer Truppen auf der Krim mit dem Hinweis auf ein gültiges Stationierungsabkommen aus dem Jahre 1997. Dagegen verneint er die Gültigkeit des „Budapester Memorandums“ von 1994, in welchem Russland die territoriale Integrität der Ukraine zusichert, mit der Begründung, daß die derzeitige Übergangsregierung in Kiew durch eine Revolution – vergleichbar derjenigen von 1917 – an die Macht gekommen sei.

Dem Referenten, der ohne Manuskript sprach bzw. extemporierte, gelang es ohne Mühe, über mehr als 90 Minuten die Aufmerksamkeit des Auditoriums sicherzustellen und den Spannungsbogen inhaltlich wie rhetorisch aufrecht zu halten.


Bildquelle: © DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK

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