Besichtigung Elbphilharmonie der Regionalgruppe Nord

Die Regionalgruppe Nord hat die Baustelle der Elbphilharmonie am 29.1.12 – bei strengem Frost- mit 20 Personen besichtigt.

Nach der Ausstattung mit „kalten“ Sicherheitsgummistiefeln und Helmen wurde das Gebäude zu Fuß bis zum 12. Stockwerk besichtigt.  Es war eine spannende und lehrreiche Veranstaltung, die einen guten Einblick in den (Zu)Stand des heutigen Gebäudes gab. Das Bauwerk ist überwältigend und der Ausblick von der Plaza fantastisch.

Die Elbphilharmonie ist ein seit April 2007 im Bau befindliches Konzerthaus in der Hamburg-HafenCity, das auf dem Kaispeicher A errichtet wird. Der Entwurf des Gebäudes stammt vom Architekturbüro Herzog & Meuron. Es wird nach Fertigstellung in seinen gesamten Geschossflächen von etwa 120.000 m² neben drei Konzertsälen und Backstagebereichen auch ein Hotel, Gastronomiebereiche, 47 Eigentumswohnungen, eine öffentlich zugängliche Plaza auf 37 Metern Höhe und ein Parkhaus mit 500 Stellplätzen enthalten. Das Richtfest fand nach gut dreijähriger Bauzeit im Mai 2010 statt.Die Fertigstellung des Gebäudes war zunächst für 2010 geplant, dann mehrfach verschoben worden. Im März 2011 wurde die Eröffnung für 2013 angekündigt, doch im August 2011 kam es zu einer weiteren Verzögerung, so dass seitdem von 2014 oder 2015 ausgegangen wird. Ein weiteres Politikum des Baus sind die steigenden Kosten, so ging man in den ersten Planungen von 77 Millionen Euro aus. Bei Vertragsabschluss 2007 betrugen die Kosten für die Stadt 114 Millionen Euro, die im Jahr 2008 auf 323 Millionen Euro stiegen. Im Jahr 2011 wurden die Gesamtkosten auf 476 Millionen Euro veranschlagt. Diese Schätzungen basieren auf Mehrkostenforderungen und Kosten durch die Bauverzögerung, die von der Stadt nicht anerkannt werden.

Architektur

Die Elbphilharmonie liegt auf der Spitze des Kaiserhöft und damit weithin sichtbar am westlichsten Punkt der HafenCity. Der Entwurf der Architekten hat auf dem bestehenden Baukörper des backsteinernen Kaispeichers  einen gläsernen Aufbau mit geschwungener Dachform geschaffen. Entgegen den allerersten Planungen wurde der Speicher für den Bau vollständig entkernt und blieb lediglich in seinen Grundmauern erhalten.

Das Gebäude hat 26 Geschosse und eine Gesamthöhe von rund 110 Metern, es wird das höchste bewohnte Gebäude Hamburgs. Die Glasfassade des Aufbaus setzt sich aus insgesamt 1096 einzelnen Glaselementen zusammen, von denen zahlreiche unterschiedlich gewölbt und gebogen sind. Zum Sonnenschutz und aus gestalterischen Gründen ist zudem jede Scheibe mit einem speziellen Raster bedruckt.

Der Zugang zum Haus erfolgt über eine rund 82 Meter lange, konkav gebogene Rolltreppe, die das Erdgeschoss mit der sogenannten Plaza, einer frei zugänglichen Fläche verbindet.

Konzertsäle

Es gibt einen Großer Konzertsaal mit rund 2150 Sitzplätzen, ein Kleiner Saal mit 550 Plätzen sowie ein dritter Saal mit 170 Sitzplätzen.

Öffentlicher Raum: Die Plaza

Zwischen Backsteinsockel und Glasaufbau befindet sich in 37 Metern Höhe ein öffentlich zugänglicher Platz. Die Plaza dient als Verbindung zwischen dem Foyer der Konzertsäle, dem Hotel sowie den Eingängen der Wohnungen. Teil der Plaza ist ein Außenrundgang, der um das Gebäude herumführt. Von hier hat der Besucher eine herrliche Aussicht über Hamburg sowie den Hafen.

Funktion als Landmarke

Über die Nutzung als Konzerthaus hinaus erwartet der Senat von der Elbphilharmonie die Schaffung eines Wahrzeichens für Hamburg und die HafenCity, insbesondere im Hinblick auf die internationale Repräsentation der Stadt. Das Motiv der Schaffung eines Wahrzeichens wurde frühzeitig für offizielle Werbe- und Imagekampagnen aufgegriffen und hat gemäß „Welt am Sonntag“ bereits heute schon international große Bedeutung erlangt: „Mit jedem Kilometer, den man sich von Hamburg entfernt, wird die Elbphilharmonie positiver wahrgenommen“.In diesem Sinne hoffen wir auf eine schnelle Fertigstellung und werden die Baustelle trotzdem regelmäßig bis zur Fertigstellung wieder besichtigen.Dr. Christian Voigt

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