Position beziehen für die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt

v.l.n.r.: Sebastian Müller (Präsident eTIC), Thierry Meurgues (Generalsekretär eTIC), Heinz Leymann (Bundesvorsitzender IfKom)

eTIC, DIE FÜHRUNGSKRÄFTE - DFK und IfKom konkretisierten in Brüssel die Arbeitsschwerpunkte 2014. Wichtige Themen dabei waren Datenschutz, ständige Erreichbarkeit von Führungskräften und die Wettbewerbsfähigkeit im Telekommunikationssektor.

Der DFK ist Mitglied im europäischen Fachverband eTIC - der Europäische Führungskräfteverband auf dem TIC-Sektor (Technologies for Information and Communication). Auf diesem Wege werden die Belange der europäischen Führungskräfte in die Arbeit der europäischen Gremien eingebracht. Der Verband ist heute vertreten in Deutschland, Frankreich und Italien mit engen Kontakten zu den anderen Europäischen Mitgliedsstaaten mit Führungskräfteverbänden.

Sebastian Müller, DFK-Verbandsgeschäftsführer und Präsident von eTIC, Thierry Meurgues, vom französischen Führungskräfteverband und Generalsekretär sowie Heinz Leymann, Bundesvorsitzender IfKom, haben im Februar im Regierungsviertel von Brüssel die Arbeitsschwerpunkte 2014 konkretisiert. 

Vereinbarung über einen einheitlichen europäischen Datenschutz dringend erforderlich

eTIC, DFK und IfKom sind sich einig, zur Vermeidung eines technologischen Totalitarismus ist eine zügige Vereinbarung über einen einheitlichen europäischen Datenschutz dringend erforderlich. Das Vertrauen in eine moderne Technik lässt sich nur herstellen, wenn alle Nutzer überblicken können, welche Risiken sie eingehen und wissen, welche Daten von ihnen ausgewertet werden. Der Datenschutz muss auf europäischer Ebene auf hohem Niveau einheitlich geregelt sein. Nur so ist gewährleistet, dass US-Unternehmen mit Sitz in Irland diese Vorschriften einhalten und auch überprüft werden dürfen. Konzerne wie Google und Facebook müssen sich in den Ländern, in denen sie auf dem Markt aktiv sind, an die jeweiligen Datenschutzregeln halten. Google verarbeitet mehr Daten von Europäern als von US-Bürgern. Dabei geht es beim Datenschutz nicht darum, jegliche Überwachung auszuschließen. Die Bekämpfung von schweren Straftaten und Terrorismus muss im Sinne der Sicherheit aller Bürger in Europa gewährleistet sein, allerdings auf der Grundlage einheitlicher Rechtsvorschriften. Datenmissbrauch muss dagegen wirkungsvoll verhindert werden. eTIC, DFK und IfKom fordern daher eine schnelle Verabschiedung einer entsprechenden EU-Datenschutzgrundverordnung. Es gilt hier das Motto: Soviel Sicherheit wie möglich und soviel Überprüfung wie nötig.

Ständige Erreichbarkeit ist eine Gefahr für die Gesundheit

Die ständige Erreichbarkeit durch die digitalen Kommunikationsmittel in der Arbeitswelt ist zu Zeit in aller Munde. Es ist sicher eine der grundlegendsten Wandlungen in den Unternehmen: Die Arbeit ist ständiger Begleiter – wo immer man ist. Die Segnungen größerer Flexibilität stehen der schwindenden Grenze zwischen Freizeit und Arbeitszeit gegenüber. Gerade Führungskräfte sind hier auf der einen Seite mitverantwortlich und auch Vorbild für den Umgang mit Handy & Co. für ihre Mitarbeiter, aber sind zugleich selbst Betroffene. So verwundert es nicht, wenn laut letztjähriger Studie des DFK rund zwei Drittel der befragten Führungskräfte an eine höhere gesundheitliche Belastung durch die ständige Erreichbarkeit glauben. Eine große Mehrheit sieht die Gefahr, nicht mehr abschalten zu können. Die Unternehmen sind derzeit jedoch noch weit entfernt davon, auf das Problem zu reagieren. 81% der DFK-Führungskräfte sehen keine Maßnahme ihres eigenen Unternehmens, um die ständige Erreichbarkeit einzuschränken. IfKom, DFK und eTIC waren sich einig, dass es Klarheit hinsichtlich der Erreichbarkeit außerhalb der Dienstzeiten geben sollte. Für die meisten Führungskräfte werde dies mit Stand von heute unausgesprochen erwartet. Mit dem Vorgesetzten ausdrücklich so vereinbart ist dies so gut wie nie. Hier sind insbesondere die Eigenverantwortung der Führungskräfte und mehr Achtsamkeit im Umgang mit den digitalen Medien in den Unternehmen gefordert.

Forderung von einheitlichen Standards im Telekommunikationssektor

DFK, eTIC und IfKom fordern einheitliche Standards im Telekommunikationssektor. Dies soll die Wettbewerbsfähigkeit Europas insbesondere gegenüber China und USA stärken. Neben standardisierten Techniken in der Telekommunikationsbranche ist der flächendeckende Breitbandausbau eine dringende infrastrukturelle Herausforderung in Europa. Nur wenn dieses Rückgrat der Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) europaweit in ausreichender Qualität zur Verfügung steht, sind die Prozesse der europäischen Wirtschaft in der immer mehr digital werdenden Welt wettbewerbsfähig umsetzbar. eTIC, DFK und IfKom sind der Auffassung, nur mit einem Maßnahmenpaket aus ausgewogener europäischer Regulierung, genügend Investitionsanreizen und einer gezielten Förderung bzw. Beteiligung durch die europäischen Staaten sowie einem optimierten Technologiemix aus Glasfaseranbindungen, DSL-Anschlüssen und Funklösungen wird das Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung in Europa zu erreichen sein. Eine Breitbandgrundversorgung für jeden europäischen Haushalt ist durch das europäische Parlament politisch sicherzustellen.

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