Hehlerei ist auch für den Staat verboten.

Der deutsche Staat darf keine gestohlenen Daten ankaufen, um mit deren Hilfe Steuerhinterzieher zu überführen. Diese Auffassung vertritt der Berufsverband "DIE FÜHRUNGSKRÄFTE - DFK" mit Hinweis auf die Rechtslage in Deutschland. "Wer gestohlenes Gut ankauft, verwirklicht den Straftatbestand der Hehlerei. So richtig es ist, Steuerhinterziehung entschieden zu verfolgen, darf es auch nicht dazu kommen, dass sich der Staat seinerseits dazu rechtswidriger Mittel bedient" beschreibt DFK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Goldschmidt die Zwickmühle, in der momentan Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble steckt. "Nach unserer Verfassung ist Deutschland ein Rechtsstaat und zu diesem Bild passt es nicht, wenn sich der Staat als Datenhehler betätigt", so Ulrich Goldschmidt weiter. Scharfe Kritik übt der Führungskräfteverband in diesem Zusammenhang an Oppositionspolitikern, die bereit sind, sich leichtfertig über alle rechtsstaatlichen Bedenken hinwegzusetzen, um durchsichtige politische Manöver durchzuführen. Jeder, der diesen Datenankauf gut heißt, sollte sich aber auch Gedanken über weitere Folgewirkungen machen. Hier müsse das Motto "Wehret den Anfängen" gelten, mahnt der DFK. Dies möge auch die Bundeskanzlerin bedenken, die sich jetzt für den Datenankauf ausgesprochen hat. Von der Datenhehlerei zur Prämienzahlung für Spitzel und Denunzianten sei es nur noch ein kleiner Schritt. Ein staatlich gefördertes Spitzel- und Denunziantentum könne sich angesichts der Erfahrungen, die damit auf deutschem Boden in der Vergangenheit gemacht wurden, aber niemand wünschen.

Der Berufsverband "DIE FÜHRUNGSKRÄFTE - DFK" vertritt die politischen und beruflichen Interessen seiner rund 20.000 Mitglieder. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet der DFK ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

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