Besuch beim VfB Stuttgart

Am 03. Mai 2011 kamen 45 „Fußballinteressierte“ – sicherlich waren auch ein paar Nicht-VfB-Fans dabei – ins VfB-Restaurant, um den spannenden und kurzweiligen Ausführungen des seit 2003 hauptamtlichen Präsidenten
des VfB Stuttgart, Erwin Staudt, zu lauschen.

In seinem Vortrag gab Herr Staudt einen Einblick in die Organisation des Vereins, der sich in der Führungsmethodik nicht von der in einem herkömmlichen Wirtschaftsunternehmen unterscheidet. Mit einem Jahresumsatz von 100
bis 120 Mio. € und insgesamt ca. 200 Mitarbeitern ist der VfB Stuttgart der fünftgrößte Sportverein in Deutschland.

Herr Staudt, der vor seiner Präsidentschaft beim VfB Vorstandsvorsitzender der IBM Deutschland war, zeigte viele Parallelen zu einem Wirtschaftsunternehmen auf. Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings das riesige Medieninteresse sowie der daraus resultierende Mediendruck. Allein die Internetseite des VfB hat pro Monat 10 Millionen Seitenabrufe.

Die Finanzierung des VfB Stuttgart fußt im Wesentlichen auf drei Säulen.

Die größten Einnahmen werden aus dem TV-Geschäft generiert. Danach kommen die Einnahmen aus Marketing und dem Verkauf von Rechten sowie Stadioneinnahmen, die den geringsten Umsatz der drei Finanzierungssäulen ausmachen.

Besonders hob Herr Staudt die vorbildliche Jugendarbeit des Vereins hervor. Der Verein betreibt ein eigenes Internat mit ca. 20 Jugendlichen, die eine duale Ausbildung und eine ganzheitliche professionelle Betreuung genießen. Hintergrund ist, dass von diesen 20 Internatsschülern lediglich 10 % am
Ende tatsächlich Lizenzspieler werden. Seinen Vortrag beendete Herr Staudt mit dem prominenten Jean-Paul-Sartre-Zitat: „Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“

Im Anschluss an den Vortrag ließ man den rundum gelungenen Abend bei einem gemeinsamen Abendessen in gemütlichem Beisammensein ausklingen.

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