Führungskräfte fordern mehr Zeit für Bundesnetzagentur

Ownership Unbundling bringt nichts

Die soeben wieder geäußerte Einschätzung des EU-Energiekommissars Andris Piebalgs, die eigentumsrechtliche Entflechtung der Energieversorger, das sogenannte Ownership Unbundling sei notwendig und gerechtfertigt, stößt in den Reihen deutscher Manager vor allem auf Unverständnis. Der Berufsverband "die Führungskräfte" fordert statt dessen, zunächst einmal den von der Bundesnetzagentur eingeleiteten Prozess der Netzentgeltsenkung abzuwarten. Dazu sei ein Zeitraum von mindestens drei bis vier Jahren erforderlich. Ohne diese Ergebnisse zu kennen, sei ein Vorpreschen beim Ownership Unbundling purer Aktionismus, der dem Verbraucher nichts bringe und den Energieversorgungsunternehmen mit den dort beschäftigten Arbeitnehmern schade, so der Führungskräfteverband weiter. Es gäbe bis heute keinerlei Beweis dafür, dass ein Ownership Unbundling zu niedrigen Preisen und zu mehr Wirtschaftlichkeit in der Energieversorgung führen könnte. Statt dessen hole man sich erhebliche verfassungsrechtliche Probleme ins europäische Haus, wenn man ohne Not in die grundgesetzlichen Eigentumsrechte der Energieversorger eingreife. Zudem könnten die Äußerungen von Andris Piebalgs die jetzigen Netzeigentümer von Investitionen abhalten, da diese ihren Aktionären nicht erklären könnten, warum heute Investitionen in einem Bereich getätigt werden, der möglicherweise schon morgen den Unternehmen entzogen wird.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 17.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

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