Bachelor und Master - Pläne gut, Umsezung mangelhaft!

Köln, 30. November 2009. Die Kritik an Bachelor und Master ist seit Jahren die gleiche: Viele Unsicherheiten, zu verschult, zuviel Arbeits- und Prüfungsdruck und große Probleme beim Wechsel der Hochschule. Die Diskussionen auf dem größten deutschen Absolventenkongress haben dies einmal mehr eindrucksvoll bewiesen.

Ein Hauptziel der vor zehn Jahren im italienischen Bologna vereinbarten Umstellung war die bessere Vorbereitung der Studenten auf den Berufseinstieg - das Gegenteil ist eingetreten. Ganz zu schweigen von Verbesserung, die Situation hat sich deutlich verschlechtert. Die Studenten haben durch die sehr komprimierten Studienprogramme kaum Gelegenheit, begleitend Praxiserfahrung zu sammeln. "Die Ursprungsziele der Bologna-Reform müssen unverzüglich in den Fokus gerückt werden, um die notwendige Basis für hochwertige, berufsqualifizierende Studiengänge zu schaffen", so Bernhard von Rothkirch, Vorsitzender des Verbandes "die Führungskräfte". "Studieninhalte sollten mit allen Beteiligten diskutiert werden, um sinnvolle und am Arbeitsmarkt benötigte Kompetenzen zu vermitteln und die Studenten besser für die Berufswelt vorzubereiten", so von Rothkirch weiter.

"Die Kernelemente des Bologna-Abkommens sind sehr begrüßenswert - die Umsetzung der Maßnahmen für die Erreichung der Ziele jedoch mangelhaft. Die aktuelle Situation an den Hochschulen bietet wahrlich keinen Anlass für Optimismus, dass mittelfristig hochqualitative Bildung in Deutschland möglich wird", kritisiert Verbandsgeschäftsführer Ilhan Akkus. Ein kurzfristiges Umdenken tut Not. Die Beteiligten - Hochschulen, Länder, Studenten und Unternehmensvertreter - sind aufgefordert,  sich an einen Tisch zu setzen und pragmatische Lösungen, im Sinne der Studenten und der Zukunft Deutschlands, zu finden. Wenn es dabei auch noch gelingt, die Transparenz durch eine effektivere Informationspolitik herzustellen und allen Betroffenen eine bessere Orientierung im Bachelor-Master-Wirrwarr zu verschaffen, wäre ein elementarer Schritt in die richtige Richtung getan. Denn viele Studenten sind unsicher und nicht in der Lage einzuschätzen, ob ein Bachelor für den Berufsstart ausreicht.

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 20.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

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