Gestern noch aktive Führungskraft, heute Pensionär - Und was nun?

von Gerhard J. Beddies

Gerhard J. Beddies

Als Führungskraft – gleich in welcher Funktion – leistet der Mitarbeiter meist für Jahrzehnte einen verantwortungsvollen und oft entsprechend honorierten Beitrag für eine positive Entwicklung seines Aufgabenbereiches und damit für das Gelingen des Unternehmenserfolges als Gesamteinheit.

Aber der „dritte Lebensabschnitt“ ist unausweichlich, irgendwann mündet die von Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten anerkannte Tätigkeit in den Status der „Untätigkeit“, die Führungskraft wird Pensionär und Rentner.

Änderungen in der Lebensführung

Plötzlich wandelt sich der Tagesablauf – vom Dauereinsatz für betriebliche Belange – in Freizeit zur privaten Nutzung.

Was tun? – Während des aktiven Dienstes haben viele Führungskräfte nur wenig Zeit, sich außerberuflichen Aufgaben zu widmen, oft fehlte aus Zeitmangel sogar die Muße für ein Hobby.

Und ein weiterer Punkt: Lange Jahre hat man sich mit Sozialgesetzgebung, den vertraglichen Regelungen für den dritten Lebensabschnitt, wie insbesondere der Altersversorgung, nur am Rande beschäftigt und im Vertrauen auf die Mitarbeiter in den Personalabteilungen auch gar nicht belasten wollen.

Der Verband unterstützt

Und dann endet das Arbeitsverhältnis – ist nun alles zufriedenstellend geregelt?

Wo kann man sich informieren? Hatte vielleicht die Führungskraft aus dem anderen Vorstandsbereich doch ein wenig Recht? Wer vertritt die ehemalige Führungskraft, wenn (teils berechtigte) Zweifel bestehen?

Die diesbezüglichen Probleme der Pensionäre haben wir in der Regionalgruppe Saar seit Jahrzehnten nicht nur wahrgenommen, sondern bieten mit gutem Erfolg Unterstützung in vielen Fragen an, die mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst entstehen. In regelmäßigen Zusammenkünften kommen die pensionierten Damen und Herren zusammen und werden über aktuelle Entwicklungen in den sie interessierenden Problembereichen informiert.

Beispielsweise beschäftigen wir uns seit den 90er Jahren mit den gravierenden Folgen des Wandels des Bevölkerungsaufbaus auch für ältere Menschen.

Probleme der Altersversorgung, seien es Überprüfungen von Rentenbescheiden oder deren Anpassungen, sind Dauerthemen.

Die Vortragsreihen über Erbschaft und Schenkung, die Besteuerung von Rentnerhaushalten, die ehemalige „Aufstockungsversicherung“ – um nur einige wenige Beispiele zu nennen – finden wie auch regelmäßige Betriebsbesichtigungen jeweils eine ausgezeichnete Resonanz.

Für die Themen, die außerhalb des Fachbereiches des Pensionärsvertreters liegen, ist den Fremdreferenten (z. B. für den medizinischen Part zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht) und Referenten des Verbandes sehr zu danken.

Arbeit mit und für Pensionäre

Es wird für die Pensionäre mit nicht zu unterschätzendem finanziellen Aufwand viel getan in der Regionalgruppe – dies insbesondere auch im Sinne des Verbandes zur Erhaltung der Zahl der Mitglieder. Und die Pensionäre, die im Übrigen – wie in anderen Regionalgruppen auch – knapp 60 % der Mitglieder der Regionalgruppe stellen, entwickeln eine profunde Tendenz zur Zusammengehörigkeit und erkennen an, dass sie nicht nur Zahler von Mitgliedsbeiträgen sind.

Die Vertretung durch den Verband wird von den Pensionären auch im Hinblick auf sich stark ändernde Strukturen in der Unternehmenslandschaft – durch Verlagerungen und Stilllegungen von Produktionen ehemaliger Arbeitgeber und dem damit verbundenen Verlust bekannter Ansprechpartner in den Unternehmen – als eine sehr wichtige Funktion wahrgenommen; nicht zuletzt auch durch die juristische Vertretung bis zu den höchsten Gerichten des Landes, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.

Regionalgruppen bleiben wichtig

Natürlich beklagt auch die Regionalgruppe Saar den Abschied einiger weniger Mitglieder, wenn sie aus dem aktiven Dienst ausscheiden; aber die Fluktuation ist niedrig und im Wesentlichen auf den natürlichen Abgang beschränkt.

Es wird aber dennoch eine wichtige Aufgabe der Regionalgruppe sein, den noch aktiven Mitgliedern weiterhin die Bedeutung der Verbandsarbeit „auch für die Zeit danach“ zu vermitteln.

Dazu tragen beispielsweise Veranstaltungen bei, die von dem Vorstand der Regionalgruppe für die gemeinsame Teilnahme von aktiven Mitgliedern und Pensionären angeboten werden.

...und ich möchte persönlich den Vertretern des Verbandes, dem Vorstand der Regionalgruppe und den Pensionären meinen dank für gutes Gelingen der Arbeit im Verbandsinteresse aussprechen.

Glückauf!

Dipl.-Kfm. Gerhard Beddies ist Sprecher der Pensionäre in der Regionalgruppe Saar und seit vielen Jahren Mitglied des Verbandes

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