AIG: Trügerische Sicherheit für D&O-Versicherte

Nachdem die US-Notenbank Fed dem amerikanischen Versicherungsgiganten AIG mit einem Kredit von 85 Milliarden Dollar aus der Klemme geholfen hatte und der amerikanische Staat dafür rund 80 % der AIG-Anteile übernommen hatte, sorgte dies für ein gewisses Maß an Beruhigung bei den Versicherten.

Eine trügerische Sicherheit, wie der Berufsverband "die Führungskräfte" meint. Insbesondere die Manager, die bei AIG eine Directors & Officers Liability-Versicherung (D&O) haben, sollten darüber nachdenken, ob sie damit bei einem Versicherer in Staatshand wirklich gut aufgehoben sind.

"Amerikanische Ermittlungsbehörden sind dafür bekannt, gegenüber Managern im Rahmen von Ermittlungsverfahren ein durchaus robustes Verhalten an den Tag zu legen. Wir sehen die Gefahr, dass in einem abgestimmten Zusammenwirken von amerikanischen Ermittlungsbehörden, der dortigen Börsenaufsicht SEC und des staatlich gesteuerten D&O-Versicherers AIG Druck auch auf deutsche Führungskräfte ausgeübt wird, wenn es darum geht, Aussagen und Geständnisse zu erzwingen." erläutert Dr. Ulrich Goldschmidt, Hauptgeschäftsführer des Führungskräfteverbandes. Betroffen sein können alle Manager, deren Unternehmen in den USA tätig sind. Dies gilt insbesondere für die Unternehmen, die an den amerikanischen Börsen gelistet sind. Angesichts der in großen Wirtschaftsverfahren häufig im Raum stehenden Schadensersatzansprüche gegen das Management, aber auch z. B. gegen Aufsichtsratsmitglieder kann die Weigerung des D&O-Versicherers, im Schadensfalle einzutreten, durchaus geeignet sein, den von den Ermittlungsbehörden gewünschten Druck auf diesen Personenkreis zu erhöhen. Die Schlussfolgerung hieraus ist für Ulrich Goldschmidt eindeutig: "Der Staat muss sich schleunigst bei AIG wieder zurückziehen. Bis dahin muss sichergestellt sein, dass jegliche staatliche Einflussnahme auf die Abwicklung von Schadensfällen definitiv ausgeschlossen ist. Im Zweifel muss dies durch eine neutrale Aufsicht gewährleistet werden."

Der Berufsverband "die Führungskräfte" vertritt und fördert die beruflichen Interessen seiner rund 20.000 Mitglieder in allen beruflichen und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere bei arbeits-, steuer-, straf- und sozialrechtlichen Fragen sowie im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich. Über seine Regional- und Fachgruppen bietet er ein Netzwerk für Führungskräfte in ganz Deutschland.

Zurück