Zeitbombe Welthunger – Massengräber, Exodus oder Marshallplan

Autor: Manfred Heuser
Tectum Sachbuch, 2017
403 Seiten, gebunden
ISBN 978-3828840362
19,95 €

Der Autor Manfred Heuser setzt sich in seinem Werk mit der Problematik von knappen Ressourcen und ungleicher Wohlstandsverteilung zu Lasten von Menschen in Entwicklungsländern auseinander. Interessant erzählt und trotzdem wirtschaftlich fundiert, beschreibt er die Phänomene, welche sich auf diverse Hungerkatastrophen und allgemeine Lebensmittelmängel in Entwicklungs- und Schwellenländern auswirken.

Heuser geht in seinen Ausführungen auch über die nahe Vergangenheit hinaus und erklärt die Grundlagen des Welthungers, welche im Allgemeinen aus politischer Misswirtschaft, fehlgeleiteter Entwicklungs­hilfe, Klimawandel und unkontrolliertem Konsum bestehen. Im Aufbau ist das Buch in sechs Teile gegliedert, welche von dem interessierten Leser auch unabhängig voneinander in Betracht gezogen werden können.

Zuerst beschäftigt sich der Autor mit den ökonomischen Motiven des Hungers. So geht Heuser den spekulativen Transaktio­nen von Finanzinstituten mit Nahrungsmitteln auf den Grund und beleuchtet die Themen der Bevölkerungsentwicklung und Ressourcenknappheit im Hinblick auf die Lebensmittelproduktion.

Im weiteren Verlauf des Buches überrascht Heuser mit einer kritischen Einstellung ­gegenüber den Zahlungen von Entwicklungshilfe und stellt alternative Methoden der ­Armuts- und Hungerbekämpfung, wie z. B. Mikrokrediten, vor.

Einen großen Teil der Untersuchung nehmen die Themen Verteilungsgerechtigkeit und Fehlleistungen in der wirtschaftlichen Entwicklung im Kampf gegen den Hunger ein.

Auch wenn Heuser über weite Strecken ein düsteres Bild der aktuellen Ernährungssituation zeichnet, ist sein Werk in keiner Weise schwarzmalerisch. Im letzten Teil des Buches wird dem Leser ein konkreter Lösungsvorschlag, welcher auf die Selbstversorgung der Bevölkerung in betroffenen Gebieten abzielt, vorgestellt.

Im Fazit ist das Werk von Manfred Heuser ein sehr lesenswertes Buch. Hunger und Armut werden insbesondere durch Flüchtlingswellen auch Menschen in entwickelten Ländern betreffen. Das Wissen über die Lebensgrundlagen der Menschen, ­welche eine bessere Zukunft in Industrie­ländern suchen, ist daher in der Bewertung der aktuellen Zeit unabdingbar.

 

bm

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