Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft

Autor: Angelos Chaniotis
wbg Theiss, 2019
528 Seiten, gebunden
ISBN 978-3806239935
35 €

Es sagt einiges aus, dass die Grundzüge dieses Buches in Deutschland entstanden, es aber über den Umweg der Übersetzung aus dem Englischen als Klassiker zurückkehrt. Noch immer hat Geschichtsschreibung in Deutschland den Ruf, langweiliger Kram mit allzu vielen Fußnoten zu sein. Das Gegenteil beweist der Autor.

Der Historiker Angelos Chaniotis erzählt in seinem Buch die Geschichte zweier Epochen, die sonst meist getrennt voneinander behandelt werden: das hellenistische Zeitalter und die frühe römische Kaiserzeit. Mit seinen Eroberungen schuf Alexander zwar kein Weltreich von Dauer, dafür aber die Voraussetzungen für die Entstehung eines politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Netzwerks, das buchstäblich die gesamte damals bekannte Welt umfasste. Die Entstehung von Metropolen, Weltbürgertum und Lokalpatriotismus, technologische Innovationen und neue Religionen wie das Christentum, aber auch soziale Konflikte und Kriege gehören zu den Kennzeichen dieser Welt.

Globalisierung, Mobilität und Multikulturalität sind die Fragen, die die alten Griechen beschäftigten und auch heute noch von großer Bedeutung sind. Das Werk bleibt ein Sachbuch, lässt sich aber angenehm lesen. Wer einen Einstieg nicht nur in die Geschichte, sondern auch in Fragen der Kultur und sozioökonomischer Zusammenhänge sucht, ist hier richtig.

rk

Zurück