Die Netzwerkbibel: Zehn Gebote für erfolgreiches Networking

Autorin: Tijen Onaran
Verlag: Springer
209 Seiten
ISBN 978-3-658-23734-9
19,99 €

Netzwerken, netzwerken und nochmal netzwerken! Wenn es ein Thema gibt, bei dem fast jeder glaubt, mitreden zu können und zu müssen, dann ist es wohl dieses. Steigt man dann etwas tiefer in die Diskussion ein, wird es meistens schon recht dünn. Echtes Networking ist halt doch mehr als die 5.000 Freunde auf Facebook oder die tausend Follower bei XING. Es war dringend an der Zeit, das Thema mal professionell zu erklären. Tijen Onaran hat diese Lücke mit ihrer Netzwerkbibel geschlossen. Und keine Sorge, professionell heißt hier nicht staubtrocken. Ganz im Gegenteil zeigt sie mit vielen Beispielen und Anekdoten aus ihrem Leben, wie sie überhaupt erst zu einer der bekanntesten deutschen Netzwerkerinnen geworden ist. In die Wiege gelegt war ihr das nicht. Das ist zugleich eine der zentralen Botschaften ihres Buchs: Netzwerken ist Arbeit und erfordert viel persönliches Engagement. Sich zu Hause hinzusetzen und auf die Segnungen der verschiedenen digitalen und analogen Netzwerke zu warten, funktioniert nicht.

Die Ausrede „Ich habe kein Talent fürs Netzwerken“ lässt Tijen Onaran nicht gelten. Es geht nicht um Talent, sondern um Empathie und um Vertrauen. Insoweit wird dieses Buch für viele auch ein Mutmacher sein. Mit der Befürchtung, man sei nicht dafür gemacht, auf fremde Menschen zuzugehen, um ein Netzwerk aufzubauen, steht man nämlich nicht allein da. Wer sich hier überwindet und den Rat befolgt, ohne Begleitung auf Netzwerk-Veranstaltungen zu gehen, wird schnell merken, wieviel Menschen dankbar dafür sind, wenn man die Initiative zum Kennenlernen ergreift. Ein guter erster Schritt. Selbstverständlich wird es auch Fehlschläge geben. Manche Kontakte entpuppen sich als nicht belastbar oder wurden falsch eingeschätzt. Davon dürfe man sich aber nicht entmutigen lassen. Gleiches gelte, wenn man mit dem Anwachsen und Nutzen des Netzwerks immer sichtbarer werde. Sichtbarkeit ist heute ein ganz wichtiges Element, wenn man sich selbst z.B. mit seinem Expertenwissen positionieren will. Das wird nicht jedem gefallen und damit muss man umgehen können.

Ein ganz wichtiger Tipp findet sich am Ende des Buches unter den 10 Netzwerk-Geboten: Geben ist wichtiger als Nehmen! Netzwerke funktionieren nicht nach dem Prinzip einer Einbahnstraße. Wer nur Vorteile für sich generieren will, wird wenig Freude mit seinem Netzwerk haben, wenn es dann überhaupt diesen Namen verdient. Am Anfang sollte daher die Frage stehen, was man selbst zu geben
 bereit und in der Lage ist. Tijen Onaran schreibt dazu: „Netzwerke funktionieren dann besonders gut, wenn jeder bereit ist, mehr zu geben als zu nehmen.“

Hier liegt ein Buch vor, das voller Ideen und Tipps ist, wie man selbst sein Netzwerk aufbauen und ausbauen kann. Außerdem macht das Lesen dieses Buchs auch ganz einfach viel Spaß. Also ein doppelter Genuss und eine klare Leseempfehlung.


go

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