Grippe & Co. – auf was bei Krankheit im Job zu achten ist

Diana Nier

Essen, 06.11.2018 – In der kalten Jahreszeit steigt für Arbeitnehmer wieder das Grippe- und Krankheitsrisiko. Im Falle der Erkrankung haben Arbeitnehmer jedoch auch wichtige Handlungspflichten.

„Wie sich Arbeitnehmer im Krankheitsfall zu verhalten haben, regelt in erster Linie das sog. Entgeltfortzahlungsgesetz“, erklärt Diana Nier, Juristin und Fachanwältin für Arbeitsrecht beim Verband DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK.

Nach § 5 Absatz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz besteht die Anzeigepflicht der Arbeitnehmer sofort und die Nachweispflicht durch den Arzt bei einer länger als drei Kalendertage andauernden Erkrankung.

Wer sich z.B. morgens krank fühlt, hat somit umgehend zum Geschäfts- oder Dienstbeginn seinen Arbeitgeber darüber zu unterrichten und bei einer länger als drei Kalendertage andauernden Krankheit am darauffolgenden Tag ein ärztliches Attest dem Arbeitgeber vorzulegen, klärt Nier auf.

„Da im Entgeltfortzahlungsgesetz von Kalendertagen und nicht Arbeitstagen die Rede ist, bedeutet dies, dass Arbeitnehmer, die am Freitag bis einschließlich am darauffolgenden Montag arbeitsunfähig sind, dann bereits am Montag das ärztliche Attest vorlegen müssen, sonst kann eine Abmahnung drohen“, warnt Nier.

Der Arbeitgeber kann außerdem auch schon ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit ein ärztliches Attest vom Arbeitnehmer verlangen. Dies lässt das Entgeltfortzahlungsgesetz ausdrücklich zu und auch das Bundesarbeitsgericht bestätigte dies.

Daher empfiehlt Nier Arbeitnehmern unbedingt noch einmal einen Blick in den aktuellen Arbeitsvertrag oder etwa bestehende geltende Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen zu werfen, um sich über evtl. abweichende Regelungen zum Entgeltfortzahlungsgesetz zu vergewissern.

Gemäß § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, bei andauernder Erkrankung bis zu sechs Wochen die Vergütung weiterzuzahlen, sofern das Arbeitsverhältnis mehr als vier Wochen bestanden hat und keine schuldhaft durch den Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin verursachte Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

Zweifelt der Arbeitgeber am Vorliegen einer tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit, kann er dies – zumindest bei seinen gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmern- durch den sog. medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) gutachterlich prüfen lassen, weist Nier abschließend hin.

 

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Bildquelle: © DIE FÜHRUNGSKRÄFTE – DFK

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